Zu den prominentesten Vertretern der Wiener Klassik, einer Stilrichtung der europäischen Kunstmusik, gehören Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart. Beides Komponisten, die in fast jedem klassischen Konzert gespielt werden. Genau wie Johann Sebastian Bach, dessen Kompositionen zu seinen Lebzeiten nur einem relativ kleinen Kreis von Musikkennern bekannt waren. Bei vielen seiner Werke sei auch nicht bekannt, für welche Musikinstrumente Bach sie geschrieben hätte, sagte Wolfgang Kraemer.
Kraemer, in der Region als Chorleiter, Dirigent und Pianist bekannt, begleitete die Aufführung am Klavier und führte die Zuhörer als Moderator durch den Abend. Neben Kraemer gehört auch Dorothée Fröller (Querflöte) zum Trio Allegretto. Die Komponistin und Musikerin ist schon international aufgetreten und arbeitet an der Musikschule Aichach als Querflötenlehrerin. Auch Friderike Scheller (Violoncello) ist Lehrerin an den Musikschulen in Aichach, Friedberg und Augsburg. Sie ist Mitbegründerin des Trios Allegretto und Mitglied im Augsburger Kammerorchester. Mit Uraufführungen von Werken mehrerer regionaler Komponisten gab sie 2009 ihr solistisches Debüt.
Für die musikalische Besetzung des Trios sei es schwierig, etwas vernünftig Spielbares zu finden, erklärte Kraemer dem Publikum. Weshalb es den Musikern sehr entgegenkam, das klassische Repertoire des ersten Teils mit teilweise exotischen Stücken im zweiten Teil zu ergänzen und damit auch ihre musikalische Flexibilität unter Beweis zu stellen.
Gehörte der erste Teil vor allem der Wiener Klassik, waren es im weiteren Verlauf des Programms Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts, die die Musiker von Allegretto spielten. Die Farben des Wassers hatte Philippe Gaubert musikalisch in seiner Serenade "Three Water Colors" eingefangen. Die Eigenschaften des Meeres beschreibt der japanische Komponist Michio Miyagi in seiner Komposition. "Haro nu Umi" (Das Meer im Frühling) ist eines seiner populärsten Werke und wurde ursprünglich für Koto, eine Art Zither, und Shakuhachi, eine Bambusflöte, geschrieben. Als brasilianischer Bach galt Heitor Vila-Lobos. Er hat in seinen Kompositionen die Folklore seiner Heimat mit Elementen von Bach verknüpft. Seine Arie für Bachianas Brasilieras No. 5 spielte das Trio in einer Bearbeitung von James Galway, der als einer der bedeutendsten klassischen Flötisten gilt.
Musik als Bindeglied zwischen Romantik und Moderne
Claude Debussy schließlich war ein französischer Komponist des Impressionismus. Eine Bezeichnung, die Debussy laut Kraemer selbst nicht mochte. "Er wollte kein musikalischer Impressionist sein." Seine Musik gilt als Bindeglied zwischen Romantik und Moderne. Nur wenig ist über den Komponisten Allan Rosenheck bekannt, von dem Allegretto das "Amseltrio" spielte. Ein Stück, in dem alles drin sei, was zeitgenössische Musik ausmache, sagte Kraemer.