Dienstag, 26. September 2017

21. September 2014 12:03 Uhr

Aichach

Kunst von heute im Spiegel der Zeit

178 Künstler bewarben sich um den Aichacher Kunstpreis ein. 43 kamen in die engere Wahl. An diesem Sonntag wird der Preisträger verkündet. Von Vicky Jeanty

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Für ihren „Schwarz Wald“ verwendet Elisabeth Bader gebrauchte Stoffe, viel schwarze Tusche und viele Schnüre. Im Hintergrund führt Ulrike von Quasts „eigenleben“ in Papier und Wachs wahrlich ein Eigenleben.
Fotos: Vicky Jeanty

Aichach Unsere Wegwerfgesellschaft trägt manchmal wunderbare kunstvolle Früchte. Aus verschlissenen Hemden, in Tusche getaucht, entsteht ein „Schwarz Wald“, zerknautschte braune Plastiktüten mutieren zu rundbackigen, lustigen Kopfgrößen, rot angemalte Regenschirm-Verdrahtungen stolzieren filigran über grauen Betonboden. Verbogene Drähte werden so angebracht, dass sie – unter LED-Lichteinfluss – die Konturen der vom Stier entführten Europa aufzeichnen.

Zeitgenössische Kunst, ganz groß, ist derzeit in der SanDepot-Halle in Aichach zu sehen. Anhand von 43 Exponaten wird am morgigen Sonntag der Preisträger des Aichacher Kunstpreises gekürt. Mit 178 Bewerbungen aus ganz Bayern im Vorfeld war die Resonanz auf die vom Aichacher Kunstverein zum 21. Mal ausgeschriebene Auszeichnung sehr gut. Vorsitzender Jakob Steinberger betont nebst seiner Vorgängerin Andrea Viebach: „Durchschnittlich haben wir 200 Anmeldungen.“

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Sie waren dabei, als die fünfköpfige Jury vor einigen Monaten die schwierige Auswahl der Werke treffen musste, die nun ausgestellt werden. Neben den beiden letztjährigen Laureaten Michael Herden und Ruth Strähhuber waren an der Auswahl beteiligt: Dr. Thomas Elsen von der Staatlichen Kunstsammlung Augsburg, Kunsthistorikerin Birgit Höppl aus Neu-Ulm sowie Werner Plöckl vom Aichacher Kunstverein. Birgit Cischek von der Sparkasse Aichach-Schrobenhausen und Bürgermeister Klaus Habermann haben als Sponsoren ebenfalls ein Mitentscheidungsrecht.

Im SanDepot blüht eine Kunst, die ihre Fühler längst über die Provinzgrenzen ausgestreckt hat. Zu Wochenbeginn hatte die Süddeutsche Zeitung auf der Kulturseite einen langen Artikel über den Kunstverein Aichach und sein Pendant in Pfaffenhofen veröffentlicht. Eine deutliche Hommage an die Kunstszene auf dem Land, die sich ihr eigenes Image durch Hochkarätiges und Innovatives geschaffen hat. Oft unter schwierigen Bedingungen, schon allein was die Räumlichkeiten betrifft. Die SanDepot-Halle mag hierfür als Beispiel dienen.

Erneut bringen hier die großzügigen Räume die kleinen und großen Kunstwerke auf besondere Art zur Geltung. Die Künstler, alle in Bayern geboren oder wohnhaft, bestechen durch eine ungeheure Vielfalt an Techniken. Sie sind von überraschend kunstvollen Ideen beseelt, die das Herz höher schlagen und die Augen übergehen lassen.

Alex Trespi, vor zwei Jahren für seinen Balkon aus Pappe gekürter Preisträger, lässt diesmal ein kompaktes Betonhaus auf einer Schaukel schweben. In Sichtweite von Monika Gebhardts „Vento di le Vante“: ein aus Klebeband kunstvoll imitierter Schiffsrumpf, dessen Außenwände aus lauter kleinen viereckigen Papier-Teilchen bestehen, die besser nicht „gewässert“ werden sollten.

Von Weitem sieht die Konzeption von Stephan Schwarzmann wie bunte Mosaikkugeln (136 Stück!) aus. „HIVE“ entpuppt sich beim genauen Hinsehen als eine immens aufwendige Papiercollagenanordnung, hinter der sich ein bunter Mikrokosmos verspielt entschlüsseln lässt. Eine Pinzettenarbeit!

Konzeptionskunst, filigrane Installationen, die durch den Raum spazieren oder die Wände hochkrabbeln, Klein- und Großformatiges, Gemaltes, Gespraytes, Geschnitztes, Genähtes: zeitgenössische Kunst in Endlosschleife, mit beachtlicher Aussagekraft, auch wenn diese sich nicht immer auf Anhieb erschließt. Das Neben- und Miteinander der so unterschiedlichen künstlerischen Arbeiten erhöhen den Reiz, fordert und fördert die Auseinandersetzung mit dem Dargestellten.

Etliche der ausgewählten Künstler sind zum wiederholten Male vertreten. Gleich mehrere kommen direkt aus den Reihen des Aichacher Kunstvereins. Der zählt zurzeit 176 Mitglieder, allein in den vergangenen eineinhalb Jahren kamen 31 Neuanmeldungen hinzu.

Andrea Viebach und der Pöttmeser Künstler Bernd Thomas Zimmermann haben viel organisatorische Vorarbeit geleistet. Sie alle, inklusive Jakob Steinberger, kennen den Sieger bereits. Verraten wird vor Sonntag nichts. Wen sie allerdings nicht kennen, das ist der „Publikumsliebling“. Ihn küren die Besucher am Sonntag, 19. Oktober. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.

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