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Jahreshauptversammlung: Mit einer alten Tradition gebrochen

Jahreshauptversammlung

Mit einer alten Tradition gebrochen

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    Für die richtige musikalische Untermalung sorgten die Jagdhornbläser.
    Für die richtige musikalische Untermalung sorgten die Jagdhornbläser.

    Aichach-Untergriesbach Es war eine Premiere. Erstmals führte die Kreisgruppe Aichach im Landesjagdverband Bayern ihre Jahreshauptversammlung mit Hegeschau an einem Samstag durch. Damit folgte man einem Wunsch der Mitglieder, die diesen Termin günstiger fanden. Gut 100 von ihnen, darunter einige Frauen, versammelten sich im Gasthof Wagner in Untergriesbach.

    Seit gut einem Jahr ist Wolfgang Sailer der Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Augsburg. Der gelernte Förster ging auf das forstliche Gutachten ein, das zum zehnten Mal erarbeitet werde. Es sollte so transparent und offen ausfallen, wie man es sich nur wünschen kann. Das Ergebnis wird eine Empfehlung dafür sein, wie viel Rehwild in den kommenden drei Jahren abgeschossen werden sollte. Mit Nachdruck widersprach er Plänen, Flächen stillzulegen. Damit würde man die Nutzungsmöglichkeiten der Forst- und Landwirtschaft ebenso einschränken wie die der Fischerei.

    „Für Wild braucht man Wald. Ohne Wald kein Wild.“ Diese Äußerungen von Sailer wurden mit Beifall aufgenommen. „Mit dem letzten Satz haben Sie uns aus dem Herzen gesprochen“, versicherte Dieter Swart. Auch die Ausführungen von Bernhard Breitsameter kamen beim Chef der Kreisgruppe gut an. Der Geschäftsführer der Waldbauernvereinigung schlug vor, die Jäger sollten ihm mitteilen, wenn sie Wildbret zu verkaufen haben. Swart: „Ich glaube, das ist ein guter Weg.“

    Erstmals nahm Matthias Stegmeir als Vertreter des Landrats an dieser Veranstaltung teil: „Die Jagd ist unser ältestes Kulturgut überhaupt.“ Wildschäden würden hier zumeist einvernehmlich geregelt. Die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt nannte er sehr gut und konstruktiv. Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann betonte: „Jagd heißt, Verantwortung für Mensch und Natur übernehmen.“ Auch er äußerte sich positiv über die Zusammenarbeit.

    Von einer gewissen Kontinuität beim Abschuss von Rotwild sprach Jagdberater Dieter Büchler. Demnach wurden 2155 Stück erlegt: 738 Kitze, 731 Geißen und 686 Böcke. Beim Schwarzwild informierte er über einen Rückgang in Höhe von 7,5 Prozent. 32 Keiler, 18 Bachen, 262 Überläufer und 240 Frischlinge ergaben insgesamt 552 Stück. In 29 Revieren wurde kein Schwarzwild erlegt.

    Groß war die Zahl der Tiere, die bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen: 289 Stück Rehwild, neun Stück Schwarzwild, ein Dammhirsch und sechs Dammtiere. Daneben wurden 215 Rabenkrähen geschossen, 696 Füchse und 142 Dachse. Der Jagdberater betonte, ein Munitionsbesitz ohne Erlaubnis sei strafbar: „Sie müssen mit Kontrollen rechnen.“ Bewegungsjagden im Januar seien besonders kritisch abzuwägen: „Es ist selbstverständlich, dass wir mit dem Töten von Tieren vernünftig umgehen.“

    Wenn der Tagesordnungspunkt „Wünsche und Anträge“ aufgerufen wird, dann herrscht in der Regel Schweigen im Wald. Am Samstag war das anders. Josef Lechner trat ans Mikrofon und versicherte, er werde kein Reh mehr aufräumen, das auf einer Kreisstraße verunglückt. Er rechnete vor, dass dadurch dem Landkreis eine zusätzliche Belastung von 1000 Euro bei fünf getöteten Rehen entstehe.

    Der 62-jährige Schiltberger prangerte zudem den großen Aufwand an, den eine zweistündige Sperre einer Straße bei einer Treibjagd verursache: „Ich will, dass ein offizielles Gespräch stattfindet zwischen Jägerschaft und der Verkehrsbehörde im Landratsamt.“

    Außerdem müssten die Jäger bei einer Sperrung der Straße 280 Euro an Gebühren entrichten; in dem von ihm geschilderten Fall habe es sich ausnahmsweise nur um 45 Euro gehandelt. „Ich werde das weitertragen“, erklärte Matthias Stegmeir und gab zu bedenken, dass bei der Sperrung einer Straße Pläne für Umleitungen erstellt werden müssten.

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