Aichach-Friedberg/Augsburg Ein halbes Jahr weniger muss ein 50-Jähriger aus dem nördlichen Landkreis Aichach-Friedberg in Haft verbringen: Weil er mit zwei Kumpels in einem Brennnesselfeld im Kühbacher Gemeindegebiet Cannabis angebaut hatte, war er vom Augsburger Schöffengericht im Februar zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Er ging in Berufung. Die vierte Kammer am Landgericht Augsburg reduzierte die Freiheitsstrafe nun in der Berufungsverhandlung auf ein Jahr und neun Monate – ebenfalls ohne Bewährung, wie vom Landgericht zu erfahren war. Das Urteil ist rechtskräftig.
Wie berichtet, war der 50-Jährige einer von drei Männern, die wegen gemeinschaftlichen Anbaus und Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verurteilt worden waren. Rund 60 Pflanzen hatten die Männer gepflanzt: Rohertrag laut Staatsanwaltschaft rund zwei Kilogramm.
Ein 37-Jähriger aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, der als Initiator galt, kam mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten davon. Gegen einen dritten Angeklagten war das Verfahren eingestellt worden, weil er nachweislich nicht beteiligt war.
Bei dem 50-Jährigen waren für das Gericht seine – nicht einschlägigen – 14 Vorstrafen strafverschärfend ins Gewicht gefallen. Zudem stand er unter offener Bewährung. Zwei Jahre und drei Monate ohne Bewährung lautete das Urteil am Amtsgericht.
Die Berufung war auf das Strafmaß beschränkt, so sein Verteidiger Rechtsanwalt Walter Rubach. In der Berufungsverhandlung habe sein Mandant die Vorwürfe eingeräumt. Das habe sich strafmildernd ausgewirkt. Das Urteil ist rechtskräftig. (bac