Aichach-Friedberg Es ist Ferienzeit und der halbe Landkreis geht auf Reisen. Auch viele Pfarrer zieht es derzeit in die Ferne. Damit die Gotteshäuser nicht geschlossen bleiben müssen, schickt das Bistum Augsburg ausländische Priester als Urlaubsvertretung in die Gemeinden. Im Landkreis Aichach-Friedberg helfen oder halfen fünf Pfarrer aus. Doch völlig fremde Gesichter sind sie nicht. Die meisten arbeiten schon seit Jahren als Urlaubshilfe in den jeweiligen Gemeinden.
Pater Joseph Sserunjogi aus Uganda kommt schon seit 17 Jahren nach Aichach. 1995, so Pater Joseph, wurde er vom Ordinariat erstmals an die Paar geschickt. Es hat ihm so gut gefallen, dass er seitdem jedes Jahr die Urlaubsvertretung für Stadtpfarrer Johannes Schmidt übernahm. „Ich komme sehr gerne. Die Leute hier sind sehr nett und haben mich gut aufgenommen“, erzählt er. Dieses Jahr ist er den gesamten August in Aichach. In Uganda arbeitet er nicht als Gemeindepfarrer, sondern bildet Priester aus.
In der Aichacher Kirchengemeinde ist er äußerst beliebt. Judith Ettner, Vorsitzende des Missionskreises Aichach, hat viel Kontakt mit Pater Joseph und freut sich jedes Jahr, wenn er kommt. „Jeder Tag mit ihm ist eine Bereicherung. Er bringt einen Hauch von Afrika nach Aichach und das tut einfach gut“, erzählt sie. Er sei gut in die Kirchengemeinde integriert und werde oft zu privaten Feiern eingeladen. „Wir werden schon im Mai gefragt, ob Pater Joseph im August wieder kommt. Er ist inzwischen in Aichach fest eingeplant“, berichtet sie.
Andrzey Pastwa aus Polen ist derzeit als Aushilfe in den Pfarrgemeinden Aindling und Rehling. Auch er ist ein guter Bekannter. 2001 fragte ihn der damalige Aindlinger Pfarrer, mit dem er gut befreundet war, ob er ihn vertreten könnte. Seitdem kommt er regelmäßig. Pastwa ist Professor an der Universität in Kattowitz und lehrt kanonisches Recht.
In Kühbach ist Pater Joseph Arackaparambil aus Indien für den urlaubenden Pfarrer Paul Mahl eingesprungen. Er ist zum vierten Mal da. „Pater Joseph ist ein supernetter Mann, der sehr bemüht ist und offen auf die Leute zugeht“, erzählt der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Martin Gasteiger. Er habe zwar seine sprachlichen Probleme, aber das wiege er durch seine freundliche Ausstrahlung auf, so Gasteiger. Außerdem habe sich seine Aussprache in den vergangenen Jahren schon wesentlich verbessert. „Wir sind wirklich zufrieden mit ihm“, berichtet der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. Am gestrigen Sonntag nun trat Pater Joseph nach vier Wochen wieder die Rückreise nach Kerala an, wo er ein Exerzitienhaus leitet.
Ebenfalls schon wieder heimgereist nach Polen ist Zbigniew Zembrzuski. Er vertrat in Schiltberg dreieinhalb Wochen Pater Markus Szymula, der Zembrzuski aus seiner Zeit in Polen kennt.
Bereits zum 23. Mal ist Pater John Kiggundu aus Uganda zu Gast im Pöttmeser Ortsteil Gundelsdorf. „Wir erwarten ihn jedes Jahr sehnsüchtig“, erzählt Pfarrgemeinderatsvorsitzender Franz Haider. Besonders zeichnet ihn laut Haider sein Umgang mit Kindern und Jugendlichen aus.
Pater John stört nur die Hitze
Pater John wohnt in Gundelsdorf immer bei Gastfamilien. Dieses Jahr war er bei Familie Ruf-Jakob aus Ebenried. „Pfarrer Kahlig wollte nicht, dass ich alleine im Pfarrhaus wohne, und hat mich bei den Leuten untergebracht. Mir gefällt das sehr gut“, erzählt Pater John. Die Gemeinde habe ihn von Anfang an aufgeschlossen und herzlich aufgenommen. „Sie lieben ihre Seelsorger“, freut sich der Priester. Das Einzige, was ihn derzeit in Gundelsdorf stört, ist die Hitze. „Es ist furchtbar heiß. Letzte Woche bei einer Beerdigung hatte ich Angst, dass jemand wegen der Hitze umkippt“, erzählt er. Heute reist er zurück nach Uganda, wo er in der Priesterausbildung tätig ist. „Die Urlaubsvertretung in Gundelsdorf ist immer eine ganz andere Erfahrung und schöne Abwechslung“, berichtet John.