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Wirtschaft: Auf dem Bau brummt das Geschäft

Wirtschaft

Auf dem Bau brummt das Geschäft

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    Auf dem Bau brummt das Geschäft
    Auf dem Bau brummt das Geschäft

    Landkreis Augsburg Bau-Boom im Augsburger Land: Die Auftragsbücher der Firmen sind voll – dafür sorgen vor allem die privaten Häuslebauer. „Der Wohnungsbau hat sich vom Sorgenkind zum Zugpferd entwickelt“, sagt Joachim Puhle, Obermeister der Bauinnung Elias Holl. Dort sind 180 Unternehmen aus dem Raum Augsburg mit rund 3000 Beschäftigten zusammengeschlossen. Und die haben in diesem Jahr so viel zu tun wie lange nicht mehr. Nach mageren Jahren meldet das Bauhandwerk Umsatzzuwächse wie zuletzt in den 1970er- und 1980er-Jahren. Im Wohnungsbau stiegen sie im Vergleich zu 2010 sogar um 26 Prozent.

    2010 wurden im Freistaat so wenige Wohnungen gebaut wie noch nie seit Kriegsende. Das spiegelt sich in der Zahl der Baugenehmigungen für den Landkreis wider. Im ersten Halbjahr 2010 erhielten Projekte mit einem Gesamtvolumen von gut 104 Millionen Euro die Genehmigung. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres lag dieses Voluüen dagegen bei fast 160 Millionen Euro. Größter Treiber ist der private Wohnungsbau. Für über 280 Wohnhäuser (meist Ein- und Zweifamilienhäuser) wurden Investitionen von fast 80 Millionen Euro veranschlagt. Da gleichzeitig Kommunen und Staat beispielsweise in Kinderkrippen investieren und Firmen in Gewerbegebäude, war auch im sogenannten Nichtwohnungsbereich ein sattes Plus zu verzeichnen: von 30,5 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten 2010 auf fast 56 Millionen im ersten Halbjahr 2011.

    Ausgebucht bis über die Ohren...

    Die Betriebe, deren Geschäft zu drei Vierteln die Sanierung von bestehenden Gebäuden ausmacht, sind bis über beide Ohren ausgebucht, bestätigt Innungsgeschäftsführer Dirk Wühr. Die Auftragsbücher seien auch schon für die erste Hälfte des kommenden Jahres voll. Das stellt nicht nur private Bauherren vor Probleme, die noch rasch einen Handwerker brauchen. Wegen des Booms am Bau tut sich der Markt Diedorf schwer, seine neue Kinderkrippe im Lettenbach fertigzustellen, derzeit dient den Kleinkindern die Turnhalle des Kindergartens als Ausweichquartier.

    Die Bauunternehmen plagt derweil eine ganze andere Sorge: Sie brauchen Leute und finden sie nicht. Nachdem die Zahl der Beschäftigten im Baugewerbe (Hoch- und Tiefbau) in den vergangenen Jahren zurückging, registriert das Arbeitsamt in Augsburg seit Langem erstmals wieder einen leichten Aufwärtstrend. Aktuell verdienen in Stadt und Landkreis Augsburg sowie im Kreis Aichach-Friedberg fast 11000 Menschen ihre Brötchen auf dem Bau.

    Doch der Ausbau der Belegschaften gestaltet sich schwierig, sagt Innungsgeschäftsführer Wühr. Geeignete Bewerber seien rar, die Belegschaften in den vergangenen Jahren kaum verjüngt worden. Jetzt wollten viele Betriebe wieder mehr ausbilden, sagt Obermeister Puhle. Aber viele fürchten die Arbeit auf dem Bau als Knochenjob. Puhle: „Wir müssen unser Image verbessern. Denn das Baugewerbe ist technologisch sehr innovativ und bietet interessante, gut bezahlte Arbeitsplätze.“

    Die überdies sicher sein dürften, glaubt zumindest Wühr. Er hält den jetzt von Inflationsängsten geschürten Bauboom, der auch die Grundstückspreise anziehen lässt (siehe kurz informiert), keineswegs für ein Strohfeuer. Hinzu komme Sanierungsbedarf. Allein im Landkreis gibt es derzeit fast 110000 Wohnungen – die statistische Durchschnittsgröße liegt bei 100 Quadratmeter. Nach Angaben des statistischen Landesamtes leben im Kreis im Schnitt 2,2 Menschen in einer Wohnung – und die ist im Augsburger Land meist ein Haus. Drei Viertel der fast 64000 Wohngebäude sind Einfamilienhäsuer. (mit zds)

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