Über 20.000 Fahrzeuge am Tag und keine Besserung in Sicht: Die Umgehungsstraßen für Vogelsang, Diedorf und Gessertshausen stecken weiter fest und die Anwohner leiden. Von Christoph Frey


Seit seiner Geburt lebt Werner Dippold an der B300. Als Bub hat der Diedorfer auf der Straße durch den Ort Fußball gespielt, heute sieht der 65-Jährige der täglichen Blechlawine zu, die sich vor seiner Haustür durch die Straße wälzt. Der Lärm, der Schmutz: „Für mich ist die Situation inzwischen unerträglich,“ klagt Dippold. Erst vor zwei Jahren hat er sein Haus saniert, die ständigen Vibrationen ließen Putz und Mauerwerk bröckeln. Seinen Nachbarn ergehe es genauso. „Wir Anlieger sind die Dummen.“
Die wichtige Verkehrsachse im Westen von Augsburg ist schon längst an den Grenzen der Belastbarkeit angelangt. 10000 Fahrzeuge am Tag brettern über eine durchschnittliche bayerische Bundesstraße. In Vogelsang wurden 2010 über 28000 gezählt, in Diedorf fast 20000 – mit stetig steigender Tendenz. Auch in Gessertshausen sollen es 2020 schon über 18000 Fahrzeuge am Tag sein.
„Mittlerweile ist es fast schon egal, wann du fährst. Du steckst immer im Stau“, sagt der Deubacher Landtagsabgeordnete Max Strehle (CSU). Er hat vor 25 Jahren mit eigenen Vorschlägen in die damals schon entbrannte Umgehungsstraßendiskussion eingegriffen. Seitdem sind noch ein paar Vorschläge dazugekommen und wieder verschwunden. Gebaut wurde kein Meter.
Dabei könnte es noch etliche Jahre bleiben. Diese unausgesprochene Warnung vermittelte jetzt eine von Strehle einberufene „Verkehrskonferenz B300“ mit Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU), Vertretern der Baubehörden und den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden im Diedorfer Bürgerhaus. Denn derzeit laufen in Bonn und Berlin die Vorarbeiten für den neuen Bundesverkehrswegeplan an, der 2015 erstellt wird. Dort müsse man im vorderen Drittel des vordringlichen Bedarfs landen, um eine Chance auf eine Realisierung in absehbarer Zeit zu haben, so Strehle.
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