Landkreis Augsburg Früher Kantine, heute Betriebsrestaurant. Es befindet sich im vierten Stock des Landratsamtes am Augsburger Prinzregentenplatz. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf das Augsburger Rathaus und den Perlach. Sie leuchten im Scheinwerferlicht.
An diesem Abend schaut niemand aus dem Fenster. Dabei spricht der Redner doch die ganze Zeit über Dinge, die Landratsamt und Rathaus, die politischen Machtzentren von Stadt und Landkreis, verbindet. Jürgen Marks, der stellvertretende Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen (und Kolumnist von „Greater Augsburg“) beschreibt, was im Zusammenspiel von Stadt und Land klappt und was nicht.
Auf der Positivliste sieht er unter anderem die Messe und das Klinikum; auch, weil die Führungspositionen nicht mehr nach dem Parteibuch besetzt werden. Eine Nagelprobe sieht er in der Errichtung einer Fachoberschule im Süden, die Augsburg entlasten würde. Da dürfte nicht nur Augsburgs Bürgermeister Hermann Weber (OB Gribl hatte sich persönlich entschuldigt) aufgemerkt haben.
Nix gsagt is globt gnua
Die Augsburger Grundüberzeugung, „Nix gsagt is globt gnua“, ist dem gebürtigen Hamburger Jürgen Marks fremd. Mit „Greater Augsburg“ will er den Menschen hier mehr Mut und Stolz auf ihre Stadt, auf diese Region zusprechen.
Wie könnte das besser gelingen als mit jener Kolumne, die im Jahr 2030 in der AZ stehen könnte, die inzwischen durch die Übernahme weiterer Medienhäuser zur größten deutschen Zeitung aufgestiegen ist. Nein, ganz ernst gemeint sind Marks’ Beispiele (nachstehend nur eine kleine Auswahl) nicht, denn der FC Augsburg steht im Championsleague-Finale gegen Real Madrid, in Königsbrunn steht ein europäisches Boeing-Werk, in Stadtbergen wird der dritte Innovationspark geplant, Faserverbundstoffe, Mechatronik und Umwelttechnologie aus Greater Augsburg genießen Weltruf, und die historische Augsburger Innenstadt lockt so viele Touristen, dass ein heftig umkämpfter Bürgerentscheid den Zustrom von Besuchern begrenzen soll.
Der Bürgerentscheid scheitert knapp, dafür gewinnt der FCA das Finale 2:1. Und an der Isar hört man immer öfter, „das Beste an München sind die A8 und der ICE nach Greater Augsburg“.
Was Marks damit sagen will: „Wenn wir uns in dieser Richtung weiterentwickeln, dann wird aus Chancen eine gute Zukunft.“ Denn Augsburg konkurriere nicht mit den Städten des Umlandes, sondern „Greater Augsburg“ mit Regionen wie Bremen/Stade oder Nürnberg, mit Bratislava und Toulouse. "Siehe auch Seite 4Martin Deibl