Die Ursachen für den Flug-Unfall des Eurofighter am Montag vor einer Woche ist geklärt: Ein Pilot hat per Knopfdruck den Abwurf der zwei Kraftstofftanks ausgelöst. Ein technischer Fehler kann laut Luftwaffe ausgeschlossen werden. Jetzt ermittelt der Staatsanwalt, ob der Pilot vorsätzlich gehandelt hat und ob es zu einem Verfahren kommen wird.
Die beiden vier Meter langen Außentanks des in Neuburg stationierten Kampflugzeuges schlugen in einem Wald und in einem Feld bei Lindach, einem Ortsteil des Marktes Dinkelscherben, etwa 19 Kilometer vor Augsburg, ein. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand, die Tanks waren fast leer. Der Doppelsitzer war gerade nach einem Übungsflug auf dem Weg zurück nach Neuburg, als der Zwischenfall passierte. Die verlorenen Spritbehälter wurden später von Spaziergängern gefunden und von Polizisten gesichert.
"Es war ein menschlicher Fehler"
„Es war nicht die Technik, sondern ein menschlicher Fehler“, sagte Eike Kraft, Pressesprecher der Luftwaffe in Köln. Die Untersuchung sei zwar noch nicht offiziell abgeschlossen, doch ein technischer Defekt am Kampfflugzeug sei auszuschließen. Der Pilot, der als erfahren gilt, hat aus Versehen den sogenannten Notfallabwurfschalter betätigt, sodass sich die Tanks vom Flugzeug lösten. Dieser Knopf dient normalerweise dazu, kontrolliert Gewicht abzuwerfen, um das Flugzeug falls notwendig zu stablisieren. In diesem Fall aber passierte der Abwurf ohne eine solche Notlage.
Ob der Pilot mit Konsequenzen rechnen muss, ist noch unklar. „Routinemäßig ermittelt das die Staatsanwaltschaft und dazu können wir nichts sagen“, sagt Andreas Pfeiffer, Kommodore des Jagdgeschwaders 74 in Neuburg. Es werde abgeklärt, ob der Pilot fahrlässig gehandelt hat. Dann wird entschieden, ob es überhaupt zu einem Verfahren kommt.
Für die Zukunft gilt es daraus Lehren zu ziehen: „Wir werden nun überlegen, wie wir verhindern, dass der Fehler, den einer macht, in Zukunft niemand anderes mehr macht“, sagt Pfeiffer. Deshalb werde jetzt überlegt, ob man technisch etwas tun könne. Möglich wäre beispielsweise eine besondere, farbliche Kennzeichnung des Knopfes. Außerdem werden alle Piloten darüber geschult, wie es zu dem Fehler kommen konnte, um ähnliches zu verhindern.
„Der Eurofighter ist 100.000 Flugstunden unfallfrei in der Luft gewesen, das hat es bei der Einführung anderer Kampfsysteme nicht gegeben.“ Und auch die Ausbildung sei auf sehr hohem Niveau, so Pfeiffer. Ähnliche habe es beim Eurofighter noch nicht gegeben. Grundsätzlich sei er froh, dass niemanden etwas passiert sei, und dass ein technischer Fehler am Eurofighter auszuschließen ist. „So können wir schneller daran arbeiten“, sagt Pfeiffer.