Aystetten Wer in diesen Tagen von Aystetten nach Adelsried unterwegs ist, dem dürften die vielen Markierungen an den Bäumen am Aystetter Ortsausgang bereits aufgefallen sein. Viele Birken, Fichten und weitere Bäume sind in dem Bereich beim Friedhof mit roten oder blauen Punkten markiert worden. Markierungen, die für die Straßenmeisterei Gersthofen angebracht worden sind. „Blau bedeutet Pflegen, Rot bedeutet Fällen“, sagt Martin Bigelmaier von der Straßenmeisterei.
Rund 20 Bäume müssen nach Einschätzung des Staatlichen Bauamtes Augsburg, das für die Staatsstraße zuständig ist, gefällt werden. Vornehmlich sollen ältere Birken und Fichten gefällt werden. Auch ein anderer Laubbaum mit Pilzbefall muss weichen. Begründung des Bauamtes: Die Standfestigkeit der Bäume könne nicht mehr garantiert werden, bei einem Windstoß könnten die Birken und Fichten auf die Straße geraten. „Wenn diese Baumarten ein bestimmtes biologisches Alter erreicht haben, ist es sinnvoll, sie wegzunehmen“, sagt Martin Bigelmaier.
Außerdem seien an dem Hang, der entlang der Straße verläuft, ohnehin niemals Birken und Fichten geplant gewesen – diese hätten tiefere Wurzeln und deshalb einen festeren Stand. Die anderen Baumarten hätten sich durch Wildwuchs an diese Straße angesiedelt, teilte das Staatliche Bauamt mit. Dennoch sei nicht geplant, dass alle Birken gefällt werden, sagt Bigelmaier von der Straßenmeisterei. „Bei vielen Bäumen sind auch nur Pflegemaßnahmen geplant: Das Totholz muss entfernt werden, Äste und Baumkrone müssen zugeschnitten werden.“
Staatsstraße wird mehrere Tage lang voll gesperrt sein
Erledigt werden soll dies bis Ende Februar. Schließlich beginnt am 1. März die Brutsaison für Vögel – und diese sind auf die Bäume angewiesen. Wann genau die Arbeiten beginnen, lasse sich wegen der wechselnden Wetterverhältnisse derzeit schwer sagen, sagt Bigelmaier. „Man kann aber davon ausgehen, dass die Straße während der Arbeiten für einige Tage voll gesperrt sein wird.“ Manche Aystetter, sagt Bürgermeister Peter Wendel, dürften sich über die Aktion freuen. „Es gibt Beschwerden über den Schatten und den Dreck, der von den Bäumen ausgeht.“
Beim Bund Naturschutz beurteilt Susanne Eberl, die Geschäftsstellenleiterin im Landkreis, die Aktion zurückhaltend. „Wenn die Bäume eine Gefährdung darstellen, ist es natürlich sinnvoll, das Problem zu beheben.“ Generell sieht sie Fällungen aber kritisch: „Wir haben zu wenige Bäume, dafür ein Klimaproblem.“ Das Argument, dass ein Baum nicht geplant war, zählt für sie nicht: „Wir Menschen nehmen uns da etwas zu viel raus. Die Bäume stehen dort, weil sie sich in diese Umgebung angepasst haben.“