Landkreis Augsburg 16000 Eltern im Landkreis bekommen in diesen Tagen Post vom Landratsamt. In den Umschlägen stecken Fragebögen zur Kinderbetreuung. Mit den Antworten soll festgestellt werden, ob in den Gemeinden des Landkreises ausreichend Angebote und Plätze für die Betreuung von Kindern vorhanden sind, begründet das Landratsamt die Erhebung.
Bereits in den Jahren 2006 und 2009 gab es diese Befragung, doch die aktuelle sei noch umfassender: Angeschrieben werden alle Eltern von Kindern unter drei Jahren, von Vorschulkindern und von Erst-, Dritt- und Fünftklässlern. Die Bögen werden entweder mit der Post versendet oder den Kindern nach den Weihnachtsferien in den Schulen und Kindergärten mitgegeben.
„Von wem wird Ihr Kind derzeit tagsüber betreut?“, lautet eine der Fragen des vierseitigen Bogens. Gefragt wird auch nach Bedarf und Wünschen der Eltern.
Die Antworten sollen dazu beitragen, die Angebote dort zu erweitern, wo sie am dringendsten benötigt werden und die Betreuungszeiten den Wünschen entsprechend zu optimieren.
Der Landkreis Augsburg sei zwar im bayernweiten Vergleich bei der Kinderbetreuung bereits gut aufgestellt, will dieses aber weiter verbessern – vor allem mit Hinblick auf den Rechtsanspruch, den Eltern ab 2013 auf einen Betreuungsplatz ihres Kleinkindes haben.
Thematisiert wird auch das geplante Betreuungsgeld der Bundesregierung. Die Eltern werden gefragt, ob sie ihr Kind in der Familie behalten würden, wenn sie monatlich 100 bis 150 Euro dafür bekommen würden. Der Bedarf von Öffnungszeiten in den Ferien wird ebenfalls abgefragt. Bei den Eltern von Schulkindern geht es um das Angebot nach dem Unterricht, speziell am späten Nachmittag und in den Ferien. Für Eltern, die die deutsche Sprache nicht gut beherrschen, werden auf der Internetseite des Landkreises Augsburg die Fragebögen auch auf Englisch, Russisch und Türkisch bereitgestellt.
Die Teilnahme ist freiwillig, doch je mehr sich beteiligen, desto aussagekräftiger seien die Ergebnisse, appelliert das Landratsamt. Die Ergebnisse werden an die Kommunen weitergegeben, die ihr Betreuungsangebot entsprechend anpassen können. Konkrete Maßnahmen des Landkreises werden dann von einem Fachgremium erarbeitet. Diese Maßnahmen sollen Ende des Jahres im „Teilplan Kindertagesbetreuung“ dem Jugendhilfeausschuss zur Abstimmung vorgelegt und veröffentlicht werden, heißt es vom Landratsamt. (bale)