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Test: Die Mutter aller Übungen

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Die Mutter aller Übungen

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    Die Mutter aller Übungen
    Die Mutter aller Übungen

    Langweid Gestern stand es schlimm um das Betriebsgelände des Chemieherstellers Huntsman in Langweid: Eine Explosion im Produktionsbereich ließ giftige Chemikalien auslaufen, verursachte einen Stromausfall und erfasste zu allem Überfluss noch einen Bus, in dem gerade Besucher das Firmengelände erkunden wollten.

    Trotzdem stand von Beginn an fest, dass dabei keinem der Besucher ein Haar gekrümmt werden wird, denn die Katastrophe war geplant und Gegenstand der Katastrophenschutzübung des Landkreises Augsburg.

    „Alle drei bis vier Jahre sind wir angehalten, eine Übung in diesem Ausmaß abzuhalten“, erklärte Franz Seitz, der im Landratsamt Augsburg Sachgebietsleiter für Brand und Katastrophenschutz ist. Ziel einer solchen Übung ist es, den Ernstfall möglichst realitätsgetreu zu simulieren. Dies zu kontrollieren, ist die Aufgabe des Landratsamtes Augsburg als zuständige Katastrophenbehörde in der Region. Dementsprechend war gestern auch ein Großaufgebot an Rettungskräften auf dem Firmengelände zugange, bestehend aus Mitgliedern der Feuerwehr, Polizei, des Sänitätsdienstes, des Technischen Hilfswerks und weiteren Einheiten.

    Sicherheit für Umwelt und Nachbarschaft gewährleistet

    Die Auswahl fiel auf das Betriebsgelände des Chemieherstellers, weil dort die Maßnahmen für den Schutz der Umwelt und der direkten Nachbarschaft geprobt werden sollten. Dementsprechend umfasste das vom Landratsamt gezeichnete Szenario auch den größten anzunehmenden Schadensfall: Eine Explosion führt im Produktionsbereich des Chemieherstellers dazu, dass das Lösemittel Acrylnitril brennend austritt und droht, ins Grundwasser einzudringen. Die Rettungskräfte müssen zudem nach drei vermissten Personen suchen und 20 zum Teil schwer verletzte Personen aus einem umgekippten Bus befreien. Ihre Arbeit wird natürlich noch durch einen Stromausfall auf dem Firmengelände erschwert.

    So chaotisch das klingen mag: Auch für diesen Extremfall gibt es einen Einsatzplan, wonach jedes Mitglied der Rettungskräfte weiß, was er wann zu tun hat – versichert das Landratsamt. „Einen Grund für einen tatsächlichen Einsatz in dieser Größenordnung hat es bei uns bis jetzt noch nie gegeben. Gott sei Dank“, sagt Frank Seitz vom Landratsamt.

    Dennoch verweist er auf die hohe Konzentration an Chemiefirmen im Landkreis Augsburg: Allein für sieben Unternehmen gibt es einen Notfallplan für einen Störfall in dieser Größenordnung. Und dieser soll am besten nur während einer Übung in dieser Größenordnung zum Einsatz kommen.

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