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Sozialraumanalyse: Diedorf unterstützt Familien

Sozialraumanalyse

Diedorf unterstützt Familien

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    Das Jugendforum Diedorf Move mit Peter Stadlmayer, Philipp Spengler, Michael Kruis und Hannah Stadlmayer (vorn von links) sowie Stephanie Funk, Helena Schalk, Isabel Abbt und Sabrina Schalk (stehend von links) versteht sich als „Gemeinderat im Kleinen“ und als Sprachrohr der Jugend.
    Das Jugendforum Diedorf Move mit Peter Stadlmayer, Philipp Spengler, Michael Kruis und Hannah Stadlmayer (vorn von links) sowie Stephanie Funk, Helena Schalk, Isabel Abbt und Sabrina Schalk (stehend von links) versteht sich als „Gemeinderat im Kleinen“ und als Sprachrohr der Jugend. Foto: Monika Hupka-Böttcher

    Diedorf Diedorf wächst. Die Marktgemeinde hat seit 1987 einen Bevölkerungszuwachs von rund 2480 Bürgern oder 33,5 Prozent erlebt, rechnete Diplom-Sozialpädagoge Hannes Neumeier vor. Diedorf sei vor allem bei Familien und Alleinerziehenden als Wohnort beliebt, weil die Gemeinde eine gute Kinderbetreuung biete, stabile Verhältnisse herrschen und die Kommune rechtzeitig viel in Jugendarbeit und Prävention investiert habe.

    Hannes Neumeier vom Amt für Jugend und Familie beim Landratsamt Augsburg stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die neuen Zahlen der Sozialraumanalyse und deren Bewertung vor. Neumeier berichtet, dass der Landkreis Augsburg in seinem Haushalt rund 14 Millionen Euro für die Jugendhilfe angesetzt habe, auf Diedorf entfallen je bedürftigem Kind circa 125 Euro pro Jahr. Von 100 Kindern brauchen bayernweit 2,34 Kinder Hilfe, in Diedorf liege der Wert bei 2,0. Bei der Zahl der Scheidungskinder liege der Mittelwert je 100 Kinder bei 1,14 im Landkreis, bayernweit bei 1,01, in Diedorf bei 0,6, so Neumeier. Bei der Zahl der von einem Elternteil allein erzogenen Kinder liege Diedorf mit 22,4 Prozent sowohl über dem Landkreis- (19,4 Prozent) als auch über dem bayernweiten Durchschnitt (15,8).

    Diedorf habe sich frühzeitig um die Jugendarbeit und -betreuung gekümmert. Ein Beispiel sei das Jugendforum Move, das sich als Sprachrohr der Jugendlichen gegenüber der Gemeinde versteht, wie Vorstand Michael Kruis sagte. Das Jugendgremium wird von der Gemeinde unterstützt, verwaltet ein eigenes Budget und organisiert viele Aktionen wie Discos, den Eislaufplatz in Biburg, Flursäuberung, ein Baumkunstprojekt und einen Bandabend. Geplant seien ein Erste-Hilfe-Kurs, Mithilfe beim deutsch-französischen Austausch und die Vernetzung mit anderen Jugendforen, kündigte Michael Kruis an.

    Das Thema „Offene Jugendarbeit“ erläuterte Petra Schütz. Zielgruppe seien Jugendliche bis 27 Jahre, die in ihrer Entwicklung gefördert und zu gesellschaftlicher Mitwirkung angeregt werden sollen. In Diedorf gebe es die Treffpunkte Bahnwagen und Underground sowie Treffs in Anhausen, Biburg und Willishausen. Schwerpunkt der offenen Jugendarbeit sei die außerschulische Bildung und Freizeit, so Schütz. Aufgabe der gemeindlichen Jugendpflege sei es unter anderem, die Vereine im Ort zu beraten, zu fördern und zu unterstützen, schulbezogene Projekte und Workshops mit der Familienstation zu initiieren und das kommunale Ferienprogramm mitzugestalten, listete Petra Schütz auf.

    Familienstation ist anonyme Anlaufstelle

    Die Familienstation, die Petra Schütz leitet, sei Anlaufstelle für Familien vor Ort und biete Beratung, Bildung und Prävention. „Hauptthemen sind Erziehungsfragen, Scheidung, Trennung und Existenzsicherung“, berichtet Petra Schütz. Wichtig sei auch, Risikofaktoren rechtzeitig zu erkennen und Vernetzungen zwischen Kindergarten, Schule, Behörden, Ärzten und Therapeuten herzustellen. Die Familienstation, die im Jahr 2010 47 Familien begleitet und betreut habe, biete zudem Fachvorträge, Kurse und Workshops an. Inzwischen habe sich sogar ein Alleinerziehenden-Treff gegründet. Von Vorteil sei, dass die Familienstation in der Schule Diedorf untergebracht und damit für alle zugänglich sei, sagte Petra Schütz.

    Abschließend fasste Bürgermeister Otto Völk zusammen, dass die Marktgemeinde schon sehr früh auf Prävention bei der Jugend- und Familienarbeit gesetzt habe.

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