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Amazon auf dem Lechfeld: „Eine Riesengeschichte“

Amazon auf dem Lechfeld

„Eine Riesengeschichte“

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    Noch ist hier viel freies Feld zu sehen, doch nicht mehr lange: Die Firma „Amazon“ baut ein Auslieferungslager auf einem Grundstück der Gemeinde Graben. Die dafür benötigte Fläche ist rund 16 Fußballfelder groß.
    Noch ist hier viel freies Feld zu sehen, doch nicht mehr lange: Die Firma „Amazon“ baut ein Auslieferungslager auf einem Grundstück der Gemeinde Graben. Die dafür benötigte Fläche ist rund 16 Fußballfelder groß. Foto: Foto: Marcus Merk

    Die Ansiedlung von Unternehmen im Landkreis ist eine Aufgabe der Wirtschaftsförderung. Der im Landratsamt dafür zuständige Ulrich Gerhardt berichtete in der Sitzung des Ausschusses für Personal, EDV und Organisationen über Hintergründe zum jüngsten „Coup“, der Ansiedlung von „Amazon“ in Graben. Neben der Freude über das neue Werk äußerten Kreisräte aber auch Bedenken wegen der Versiegelung einer großen Fläche.

    „Von Amazon wird der gesamte Raum Augsburg profitieren“, freute sich Gerhardt. Er schilderte, wie es dazu gekommen war, dass Amazon sein Auslieferungslager hier bauen wird. Im August 2010 kam im Landratsamt eine Anfrage nach einem geeigneten Standort rein. „Das ist im gesamten süddeutschen Raum gelaufen, wir hatten sehr, sehr viele Konkurrenten.“ Zwölf Kommunen, die die geforderten Eckpunkte erfüllten, wurden angeschrieben, von drei seien Grundstücke gemeldet worden: Graben, Kleinaitingen und Fischach. Nach zahlreichen Ortsterminen ging der Zuschlag der Firma Amazon in Richtung Graben.

    Schichtzeiten angleichen

    Überrascht war Gerhardt, wie schnell die Abstimmung mit der Bahn über die Haltestelle funktioniert hat. Landrat Martin Sailer ergänzte, dass die Schichtzeiten in den drei benachbarten Firmen Amazon, Lidl und Aldi für die Zugverbindungen angeglichen werden sollen.

    Nach vielen Gesprächen mit der Agentur für Arbeit, dem Wirtschaftsministerium und anderen war im März Spatenstich. Gerhardts Fazit: „Wir waren diesmal die Glücklichen und haben das Los gezogen.“ Kreisrat Peter Schönfelder (SPD) stellte die Frage, wann noch über die Umweltbelastung gesprochen werde. Sailer entgegnete, dass Amazon viel Wert auf Ökologie lege, dies sehe man am Bahnanschluss für die Mitarbeiter. Im Gespräch sei, die Pakete per Güterzug vom Gelände aus auf den Weg zu schicken.

    „Mir liegt der Landverbrauch im Magen“, sagte Kreisrat und Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, Gerhard Ringler (CSU). Hier werde zu 99 Prozent auf neu ausgewiesenen Flächen gebaut. „Ich bitte darum, künftig auch Industriebrachen zu berücksichtigen.“

    Markus Brem (FW) aus Gersthofen wunderte sich, warum nicht das Güterverkehrszentrum (GVZ) für die Ansiedlung gewählt wurde. Dieses Gelände sei einmal für die Optimierung der Logistik gedacht gewesen. „Jetzt wird der Süden des Landkreises zum Logistikzentrum in Schwaben.“ Bei der Versiegelung von Flächen müssten Grenzen gesetzt werden, sagte Brem.

    Landrat Sailer erklärte, dass die Stadt Augsburg eine Fläche des GVZ ins Spiel gebracht hatte. Diese hatte aber nicht die nötige Größe und sei für den Investor nicht infrage gekommen. Amazon war auf der Suche nach einer Fläche, die rund 16 Fußballfeldern entspricht. Der Landrat kommentierte die Diskussion im Ausschuss so: „Es muss sich ja nicht jeder freuen, ich tu’s.“ Für das Lechfeld sei das Ganze „eine Riesengeschichte“. Die Bundeswehr werde sich dort immer mehr zurückziehen. Die Menschen hätten daher so eine neue Perspektive bekommen.

    Frage nach Flächenkataster

    Silvia Daßler (Bündnis 90/Die Grünen) regte ein Flächenkataster an, das die Grundstücke im Kreis auch auf ihre ökologische Wertigkeit einstuft. Eine solche Übersicht sei nicht so einfach, weil es Kommunen gebe, die Daten zu Grundstücken nicht rausgeben, so Sailer. „Manche sagen, das geht euch nichts an, was wir haben.“

    Es sei ja auch Aufgabe der Kommunen, Gewerbe anzusiedeln, sagte Peter Bergmeir (SPD). Der Landkreis habe dabei unterstützende Aufgaben. Er hielt nichts davon, wenn der Landkreis Grundstücke aussortieren würde, die dem Investor gemeldet werden. Bergmeirs Fazit: „So wie es bisher läuft, ist das genau der richtige Weg.“

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