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Wertingen/Biberbach: Für eine Überholspur zu wenig Verkehr

Wertingen/Biberbach

Für eine Überholspur zu wenig Verkehr

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    Die Umgehungsstraße 2033, fotografiert von Wertingen aus in Richtung Bliensbach. Bis zur Anschlussstelle an die B2 bei Biberbach gibt es jeweils nur eine Fahrspur in beide Richtungen. Foto: Ulrike Hauke
    Die Umgehungsstraße 2033, fotografiert von Wertingen aus in Richtung Bliensbach. Bis zur Anschlussstelle an die B2 bei Biberbach gibt es jeweils nur eine Fahrspur in beide Richtungen. Foto: Ulrike Hauke Foto: Ulrike Hauke

    Wertingen/Biberbach. Seit knapp einem Jahr ist der gesamte Ausbau der Umgehungsstraße 2033 um Rieblingen und Bliensbach fertiggestellt.

    Erste kritische Stimmen in der Bevölkerung wurden laut, man habe zu wenig Zeitersparnis durch das millionenschwere Projekt, da keinerlei Überholmöglichkeiten bestünden. Einer der es wissen müsste, ist Anton Deisenhofer.

    Der Wertinger hat eine leitende Position bei einem großen Maschinenhersteller in Augsburg und fährt seit 1975 täglich diese Strecke. Deisenhofer bezeichnet sich selbst als passiven Autofahrer. Über die Staatsstraße 2033 sagt er: "Grundsätzlich finde ich zum einen für die Bewohner die Ortsumfahrungen richtig, zum anderen machen sie das Fahren insgesamt sicherer, weil dadurch riskante Überholmanöver weniger werden." Eines sei für ihn aber auch klar: "Schneller bin ich deswegen auch nicht in Augsburg." Seine Begründung dafür ist neben der fehlenden Überholspur auch das stark gestiegene Verkehrsaufkommen.

    Warum man so eine Überholspur im Zuge der gesamten Baumaßnahme nicht gleich mit gebaut hat, erklärt Wilhelm Weirather, Baudirektor vom zuständigen Staatlichen Bauamt in Krumbach: "Vor 14 Jahren haben wir mit den Planungen begonnen, damals zählten wir auf dieser Strecke knapp 4000 Fahrzeuge, heute sind es bis zu 9 000 Fahrzeuge pro Tag, diese Entwicklung war nicht absehbar." Und außerdem seien ohnehin erst ab 15 000 Kraftfahrzeuge Überholspuren vorgesehen, so Weirather weiter. Er benannte noch eine Hürde für die Planung von Überholspuren: "Hätte man eine dritte Fahrbahn auf der 2033 gebaut, hätte man diese zwingend in eine sogenannte Kraftfahrzeugstraße umbenennen müssen." Was bedeuten würde, keine Zu- und Abfahrten, kein landwirtschaftlicher Verkehr, durchgehende Mittellinie, autobahnähnlicher Zustand. "All das erfordert aber ein umfangreiches begleitendes Wegenetz darum herum und das kostet Geld."

    Bestätigt werden Weirathers Aussagen vom Landtagsabgeordneten Georg Winter, welcher als Vorsitzender des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen in Bayern maßgeblich an der Umsetzung der Umgehung beteiligt war.

    Winter zählte zusätzliche Gründe auf, warum es zu keiner Überholspur kam: "Dazu hätte es ein neues Planfeststellungsverfahren gebraucht, welches wieder Jahre und damit Geld gekostet hätte." Und außerdem sei der Widerstand aus der Region gegen diese Umgehungsstraße ohnehin schon so massiv gewesen, dass man sicher keine zusätzliche Spur hätte durchsetzen können. Der Abgeordnete fügte noch hinzu: "Die Bauweise bei der 2033 ist trotzdem bereits viel aufwendiger gestaltet, als zum Beispiel bei der B16 zwischen Lauingen und Gundelfingen."

    Auch die Biberbacher hätten keine kreuzungsfreie Umgehung, sprich Linksabbieger. "Die neueren Überlegungen für Bliensbach und Rieblingen bieten heute bereits mehr Verkehrssicherheit und einen wesentlichen Vorteil für eine eventuelle dritte Spur." Also frei nach dem Motto: Was nicht ist, kann ja noch werden. Ulrike Hauke

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