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Landkreis Augsburg: Kreistagssitzungen: Live im Internet?

Landkreis Augsburg

Kreistagssitzungen: Live im Internet?

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    Über Netzwerkstecker könnten Kreistagssitzungen ins Internet übertragen werden. Foto: Bernhard Weizenegger
    Über Netzwerkstecker könnten Kreistagssitzungen ins Internet übertragen werden. Foto: Bernhard Weizenegger

    Grundsätzlich könnte sich Landrat Martin Sailer (CSU) durchaus vorstellen, Kreistagssitzungen im Internet zu übertragen – wenn da nicht die Kosten wären. Dem Landkreis liegen zwei Angebote vor: Einmalig 5000 Euro und laufende Kosten von 17.000 Euro pro Jahr oder 11.500 Euro für die Einrichtung und 7500 Euro pro Jahr stehen momentan zur Auswahl.

    So hohe Ausgaben für die Übertragungen will Landrat Sailer vermeiden. Die Verwaltung soll noch weitere, wenn möglich günstigere Angebote, reinholen. Das Kostenargument war auch für die Augsburger Stadträte gestern der wesentliche Grund, warum im Plenum der Stadt Augsburg keine Kameras angehen werden. Der zuständige Ausschuss lehnte einen Antrag ab.

    „Es kommt immer auf die Art der Übertragung an“, sagt Harald Güller, der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion. Eine Übertragung mit wechselnden Kameras sei in jedem Fall zu teuer. Eine einfache, kostengünstige Übertragung von einzelnen Sitzungen, befürwortet der Politiker, der auch im bayerischen Landtag sitzt. „Da ich Übertragungen aus dem Landtag gewohnt bin, kann ich mir das auch für den Kreistag vorstellen“, sagt Harald Güller.

    Bei Ausschusssitzungen sei er jedoch „sehr skeptisch.“ Diese gingen zu sehr ins Detail. Dass durch Übertragungen aus dem Plenum der Politik- und Politikerverdrossenheit entgegengewirkt werden könne, glaubt Harald Güller auch nicht. „Das würde keinen Hype für die Kommunalpolitik auslösen.“ Es könne jedoch eine Erleichterung für interessierte Bürger sein, da der Kreistag meist am Vormittag tage. Das sieht Martin Sailer ähnlich: „Eine Übertragung, könnte die Arbeit des Kreistags einer größeren Öffentlichkeit näherbringen.“

    Das Internet kennt keine Sitzungszeiten. Alles ist zu jeder Zeit abrufbar. Das hält Thomas Hafner für „eine gute Sache.“ Der Bürgermeister von Horgau zweifelt jedoch daran, dass seine Gemeinde groß genug ist: „Da stellt sich schon die Frage, ob sich der Aufwand lohnt?“

    „Mehr Öffentlichkeit würde es sicher herstellen“, sagt Hildegard Langenecker. Die Vorsitzende der SPD im Neusässer Stadtrat mahnt jedoch: „Im Stadtrat sind immer weniger Zuhörer.“ Ob das Interesse an Internetvideos entsprechend größer wäre, bezweifelt sie.

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