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Naturschutz: 10.000 gegen Eon-Kraftwerk

Naturschutz

10.000 gegen Eon-Kraftwerk

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    So schön kann der Lech aussehen. Die Aufnahme zeigt den Fluss auf einer nur wenig verbauten Strecke im Naturschutzgebiet Stadtwald.
    So schön kann der Lech aussehen. Die Aufnahme zeigt den Fluss auf einer nur wenig verbauten Strecke im Naturschutzgebiet Stadtwald. Foto: Foto: Eberhard Pfeuffer

    Rund 10 000 Menschen in Stadt und Umland sprechen sich gegen ein neues Wasserkraftwerk am Lech im Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg aus. Stattdessen wollen sie eine Renaturierung des Flusses in diesem Bereich. Eine entsprechend lange Liste von Unterschriften bekam gestern Bayerns Umweltminister Markus Söder von der Lechallianz überreicht.

    Die Lechallianz ist ein Zusammenschluss von Vereinen und Verbänden, die Augsburgs wertvolles, aber gefährdetes Naturerbe sichern möchte. Deshalb will man verhindern, dass der Energiekonzern Eon sein Kraftwerk mitten im Naturschutzgebiet baut. Wie mehrfach berichtet, ist eine Baugenehmigung für das Projekt bei der Stadt beantragt. Auch der Freistaat, der für den Gewässerunterhalt in diesem Bereich zuständig ist, spielt eine wichtige Rolle in dem Verfahren.

    Der Umweltminister hält sich bislang aber bedeckt, wie der Freistaat zu dem geplanten Kraftwerk im Naturschutzgebiet steht. Er will ein Gutachten der TU München abwarten, wie man den kanalisierten Fluss in ein natürlicher fließendes Gewässer zurückverwandeln kann. Dabei soll auch geklärt werden, ob ein Kraftwerk diesen Plänen entgegenstehen würde. „Mit dem Gutachten haben wir wissenschaftliche Ergebnisse und damit eine verlässliche Basis für Entscheidungen“, sagte Söder. Er rechne in einigen Wochen mit Ergebnissen. Söder betonte aber auch, dass für die angestrebte Energiewende in Bayern ein Ausbau der Energieerzeugung aus natürlichen Quellen nötig sei. Wasserkraft sei dabei einer der Bestandteile.

    Die Vertreter der Lechallianz sprechen sich ebenfalls für die Energiewende aus. Sie haben deshalb auch keine Bedenken gegen ein anderes neues Kraftwerk, das im bestehenden Hochablass geplant ist. Die umstrittene Anlage im Stadtwald würde aber nur einen sehr geringen Beitrag zur Stromproduktion bei nicht kompensierbaren Nachteilen für eine der letzten relativ freien Fließflächen des Lechs bringen, argumentieren sie. Wie es im Kampf um den Lech weitergeht, bleibt spannend. Der bisherige CSU-Vorsitzende Christian Ruck hatte Pläne, heuer eine große Lechkonferenz zu veranstalten. Schon vor 20 Jahren war eine ähnliche Konferenz abgehalten und ein Kraftwerk im Stadtwald verhindert worden. Momentan sei offen, ob diese Veranstaltung stattfinden wird, hieß es gestern in CSU-Kreisen. Augsburgs frisch gewählter CSU-Chef Johannes Hintersberger gilt als Befürworter neuer Wasserkraftwerke.

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