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09. Juli 2010 04:32 Uhr

Alle fünf Minuten ein Güterzug

Nach der Entgleisung eines Güterzugs zwischen dem Augsburger Hauptbahnhof und dem Bahnhof Oberhausen am vergangenen Wochenende rückt die Sicherheit der Strecke in den Blickpunkt. Der Augsburger Bundestagsabgeordnete Christian Ruck (CSU) hat sich an den Chef des Eisenbahnbundesamts, Gerald Hörster, gewandt.

Ruck, den Anfragen von besorgten Bürgern erreicht haben, bittet Hörster um Auskunft zu Wartungs- und Inspektionsintervallen, die für Güterzüge in Deutschland vorgeschrieben sind. Ferner möchte Ruck wissen, ob für Waggons zum Transport von Gefahrgut gegebenenfalls kürzere Wartungs- und Inspektionsintervalle zum Tragen kommen.

Augsburg erwartet eine starke Zunahme des Verkehrs

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Darüber hinaus fordert der Abgeordnete Auskunft darüber, ob Eisenbahnstrecken, die zum Transport von Gefahrgut benutzt werden, in besonderer Weise überwacht werden. In der Nacht zum Sonntag waren fünf Kesselwagen eines Güterzugs auf dem Weg von Österreich nach Polen entgleist. Die Waggons hatten Marmormehl geladen, das nicht als Gefahrgut gilt und unter anderem in der Lebensmittelbranche verwendet wird.

Die Sicherheit des Güterverkehrs ist in Augsburg ein besonders brisantes Thema, weil eine starke Zunahme des Güterverkehrs vorhergesagt wird. Rattern derzeit an die 100 Güterzüge täglich durch die Stadt, könnten es in sieben Jahren bis zu 400 sein. Diese Zahl steht im Bundesverkehrswegeplan und bildet die rechnerische Grundlage für den Bau von Lärmschutzwänden entlang der Gleise nach Donauwörth und Ulm. In Oberhausen, Kriegshaber und dem Bärenkeller sollen auf einer Länge von sechs Kilometern Schutzwände hochgezogen werden.

Die Bahn selbst sprach bislang von künftig höchstens 280 Güterzügen täglich, die der Hauptbahnhof bewältigen könne. Das wäre immer noch fast das Dreifache des heutigen Volumens, unterm Strich würde alle fünf Minuten ein Güterzug durch die Stadt rollen.

Unterdessen sind die Arbeits-trupps der Bahn weiter damit beschäftigt, die Schäden an den Gleisen zu beheben, die der entgleiste Güterzug angerichtet hat. 400 Meter Schienen werden erneuert, 900 Tonnen Schotter und 660 Betonschwellen neu eingebaut.

Weiter Behinderungen bis Mitte nächster Woche

Deshalb rechnet das Unternehmen bis Mitte kommender Woche mit Behinderungen, die vor allem die Regionalzüge auf der Strecke Nürnberg-Treuchtlingen-Donauwörth-Augsburg-München (und Gegenrichtung) betrifft.

Nach dem bis einschließlich Freitag geltenden Notfahrplan verkehren diese Züge nicht zwischen Hauptbahnhof und Oberhauser Bahnhof. Pendelbusse sollen die Lücke schließen. Zwischen Augsburg und München sowie auf der Strecke Donauwörth-Augsburg-München gelten Nahverkehrstickets auch in Fernzügen.

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