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Rathausplatz: Angst vor dem Kirchgang

Rathausplatz

Angst vor dem Kirchgang

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    Für Religionsfreiheit und gegen Verfolgung von Christen in vielen Ländern der Welt protestierten am Samstagnachmittag Hunderte Menschen auf dem Rathausplatz.
    Für Religionsfreiheit und gegen Verfolgung von Christen in vielen Ländern der Welt protestierten am Samstagnachmittag Hunderte Menschen auf dem Rathausplatz. Foto: Annette Zoepf

    Die Religionsfreiheit gehört ebenso wie die Meinungsfreiheit zu den elementaren Werten der Demokratie. In vielen Ländern der Welt ist beides jedoch keine Selbstverständlichkeit. Daran erinnerten am Samstagnachmittag auf dem Rathausplatz etwa 300 Menschen, darunter viele mit Migrationshintergrund. Zu der Veranstaltung hatten unter anderem der Mesopotamienverein, das Evangelisch-Lutherische Dekanat Augsburg und die Diözese Augsburg aufgerufen.

    Apollinaris Ngao aus Tansania berichtete, dass sich Christen im mehrheitlich islamischen Norden des westafrikanischen Landes nicht mehr in die Kirchen trauten. „Seit Ende Dezember sind 330 Christen von der islamistischen Terrorsekte boko Haram ermordet worden. Mehr als 10000 sind in den Süden geflohen. Die Polizei beschützt die Christen nicht.“ Aus seiner Sicht sind Korruption, niedrige Bildung und Armut ein idealer Nährboden für die Fundamentalisten. Er betonte aber auch, dass die große Mehrheit der Muslime in Nigeria die Anschläge verurteile.

    Pfarrer fordert energisches Handeln von der Politik

    Helmut Haug, Pfarrer der Moritzkirche, rief Vorfälle in Deutschland ins Gedächtnis, wo es aus Angst vor anderen Sprachen, Religionen und Kulturen immer wieder zu Übergriffen gekommen sei. Von der Politik forderte er energischeres Handeln. „Es ist höchst problematisch, dass aus Wirtschaftsinteressen heraus mit Staaten wie der Türkei und Saudi-Arabien kooperiert wird, in denen das Grundrecht der Religionsfreiheit mit Füßen getreten wird.“

    Oberbürgermeister Kurt Gribl erinnerte daran, dass Augsburg vergangenes Jahr Papst Schenouda III mit dem Friedenspreis der Stadt auszeichnete, während in seiner Heimat Ägypten Christen bei Straßenkämpfen mit Moslems starben. Schenouda ist Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Ägypten. „Wir können zwar in Syrien, Ägypten und anderen Staaten nicht eingreifen, aber mit diesem Treffen zumindest auf diese Weise unsere Verbundenheit zeigen“, sagte der Oberbürgermeister. (chmü)

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