Einen Bordellbesuch zum Geburtstag schenkte sich ein 57-jähriger Mann. Doch der Ausflug in die Hasengasse endete mit einem Fiasko. Das Geburtstagskind hatte sich nachts um drei Uhr in Augsburgs einzige Bordellstraße begeben und mit einer 48 Jahre alten Prostituierten einen Sex-Treff vereinbart. Als der Freier auf dem Zimmer die vereinbarten 50 Euro zahlen sollte, änderte sich sein Verhalten abrupt.
Er zog ein 30 Zentimeter langes Messer heraus, zwang die Frau, sich auf das Bett zu legen und drohte ihr, sie im Unterleib zu verletzen. Als er seine Hose auszog, legte er das Messer weg. Die Prostituierte nutzte diesen Augenblick, ergriff die Waffe und drehte den Spieß um. Verschreckt und mit heruntergelassenen Hosen flüchtete der Mann halb nackt aus dem Bordell. In seiner zurückgelassenen Jacke fand die Polizei später einen Zettel mit dem Namen einer Therapeutin. Der 57-Jährige wurde in Haft genommen. Bei den Ermittlungen stieß die Kripo auf ein weiteres Gewaltdelikt, bei dem der Mann Wochen vorher ebenfalls in der Hasengasse eine Frau gewürgt hatte.
Jetzt musste sich der 57-Jährige (Verteidiger: Marco Müller) in einem Unterbringungsverfahren verantworten, da eine Gutachterin ihn wegen einer Persönlichkeitsstörung als schuldunfähig und weiterhin für die Allgemeinheit gefährlich eingestuft hatte. Das Gericht unter Vorsitz von Susanne Riedel-Mitterwieser folgte dem und wies ihn auf unbestimmte Dauer in eine psychiatrische Klinik ein.