Die Mitarbeiter des insolventen Augsburger Unternehmens Böwe Systec können aufatmen. Es wurde ein Investor gefunden, der die Geschäfte der Firma übernimmt - ausgenommen sind die Aktivitäten in den USA.

Die Mitarbeiter des insolventen Augsburger Kuvertiermaschinenherstellers Böwe Systec können aufatmen. Es wurde ein Investor gefunden.
Die schweizer Beteiligungsgesellschaft Axentum Capital übernimmt die deutschen, europäischen und japanischen Geschäfte des Unternehmens und sichert damit auch den Standort Augsburg. Das Unternehmen hatte im Mai Insolvenz angemeldet, das operative Geschäft wurde aber fortgesetzt.
Von dem Vertrag ausgenommen sind die Aktivitäten in den USA, die unter anderem für die Pleite von Böwe Systec verantwortlich gemacht werden. Axentum habe sich jedoch eine Option auf den Kauf der Anteile einräumen lassen, teilte Böwe Systec am Mittwoch mit.
Über den Verkaufspreis für die Fortführungsgesellschaft haben Insolvenzverwalter Werner Schneider und Axentum Stillschweigen vereinbart. Mit der Vertragsunterzeichnung habe man die Fortführung wesentlicher Bestandteile des insolventen Herstellers von Kuvertiermaschinen unter einem neuen Dach sicherstellen können, sagte Schneider laut Mitteilung.
Kurz vor der Übernahme hatten Arbeitgeber und IG Metall zudem einen Sanierungstarifvertrag ausgehandelt. Die Mitarbeiter verzichten demnach zwei Jahre lang auf tarifliche Sonderzahlungen, außerdem ist die Aussetzung einer Tariferhöhung vorgesehen. Im Gegenzug soll es keine weiteren betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2013 geben. Rund 490 Arbeitsplätze bleiben somit erhalten. Weltweit hatte die Böwe- Gruppe vor der Pleite rund 3600 Mitarbeiter.
Ein Mitverschulden am Zusammenbruch von Böwe Systec tragen nach Ansicht des Augsburger Rechtsanwalts Sören Merkel vier frühere Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Anfang August hatte Merkel Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue gestellt.
Im Jahr 2008 sollen rund 15 Millionen Euro Darlehen von Böwe Systec an die angeschlagenen Wanderer Werke geflossen sein. Damit sei Böwe Systec notwendige Liquidität entzogen worden. Bei der Millionen-Transaktion sollen die beteiligten Chefs beider Firmen identisch gewesen sein. dpa
|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: