Tausende Menschen haben in Augsburg gegen einen Aufmarsch von 150 Neonazis protestiert. Ein breites Bündnis von Parteien und Organisationen bestimmte mit Gegenveranstaltungen das Geschehen.

Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in Augsburg gegen einenAufmarsch von 150 Neonazis protestiert. Ein breites Bündnis von Parteien und Organisationen bestimmte mit mehreren Gegenveranstaltungendas Geschehen in der Stadt.
Ab 12 Uhr herrschte in der Innenstadt von Augsburg reges Treiben. Viele Gegner des Neonazi-Aufmarschs hatten sich zur Lesung aus dem Tagebuch der Anne Frank vor dem Theater getroffen. Ein Demonstrationszug des DGB zum Rathausplatz begann mit 300 Teilnehmern, am Ziel waren mehr als 700 Menschen zusammengekommen.
Dort hatte die Stadt zum Aktionstag "Vielfalt in der Friedensstadt" eingeladen. "Wir haben sie nicht ins Herz unserer Stadt gelassen, sondern an den Rand gedrängt - und eine Randerscheinung sollen sie auch bleiben", sagte Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) auf der Gegenkundgebung in Richtung der Rechten.
Lautes Pfeifkonzert
Die Neonazis sammelten sich zur Mittagszeit am Jakobertor. Der Beginn ihres Demonstrationszuges verzögerte sich, weil einige erwartete Teilnehmer verspätet mit der Bahn anreisten. Kurz nach 14 Uhr, mit mehr als zwei Stunden Verspätung, setzte sich die Demo der etwa 150 Rechten in Richtung Alter Justizpalast in Bewegung.
Auf der gesamten Wegstrecke protestierten tausende Gegendemonstranten mit einem lauten Pfeifkonzert gegen den Aufmarsch. Nach Ende der Abschlusskundgebung am Prinzregentenplatz wurden die Neonazis von der Polizei zum Hauptbahnhof eskortiert, kurz nach 16 Uhr war die Aktion zu Ende.
Polizei im Großeinsatz
Die Polizei Augsburg war bereits seit den Morgenstunden mit einem Großaufgebot aktiv, sie wurde durch Kräfte aus Dachau und Nürnberg, der Bundespolizei, sowie den Einsatzzug des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West unterstützt. Außerdem war ein Polizeihubschrauber im Einsatz.
Die Beamten verhinderten Zusammenstöße der Rechten mit linken Gegendemonstranten, dazu wurden mehrere Platzverweise ausgesprochen. Im Laufe des Nachmittags wurden 18 Menschen vorläufig festgenommen, überwiegend hatten sie gegen das Vermummungsverbot verstoßen.
Kurzzeitig kam es in der Stadt zu Verkehrsbehinderungen, größere Staus registrierte die Polizei jedoch nicht. AZ
|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: