Gribl würdigte die Verlegerin dafür, Augsburg zum modernen Medienstandort aufgebaut und den Wirtschaftsstandort "als unsere bedeutendste Unternehmerin" entscheidend mitgeprägt zu haben. Dadurch und mit ihrem "einzigartigen Engagement" als Gründerin und Kuratoriumsvorsitzende der Kartei der Not habe sie sich um Augsburg "auf die persönlichste und ehrenvollste Weise" verdient gemacht. "Sie hat gerade als Vertreterin eines großen Medienhauses Menschlichkeit und Würde in unsere Zeit gebracht und war damit vielen Menschen Vorbild und Hilfe", sagte Gribl.
In den persönlichen Begegnungen hat der Oberbürgermeister Ellinor Holland als eine "charmante, kluge und zeitlos elegante Dame kennengelernt". Gribl: "Ich werde Frau Holland als vorbildliche Bürgerin in Erinnerung behalten, ein großer Geist, eine weite Seele und tatkräftige, gebende Hände für unsere Gesellschaft".
Besonders das soziale Engagement der Unternehmerin wurde gestern von vielen hervorgehoben, die Ellinor Holland über Jahrzehnte begleitet haben. "Mit dem Leserhilfswerk hat sie eine großartige Einrichtung geschaffen", würdigt Alt-Oberbürgermeister Hans Breuer das Lebenswerk der Verlegerin. Breuer: "Mit der Kartei der Not, die viel, viel Gutes stiftet, hat sich Frau Holland ein bleibendes Denkmal gesetzt." Bewundernswert fand es Breuer, "wie sie sich auch nach dem Tod ihres Mannes Günter Holland mit voller Energie um ihre Zeitung gekümmert hat". Alt-OB Peter Menacher sagte am Sonntag: "Ich habe Ellinor Holland als eine markante Persönlichkeit geschätzt, die unternehmerische Dynamik mit sozialem Engagement vorbildlich verband."
Von der Unterstützung durch die Kartei der Not hat in Augsburg unter anderem das Klinikum profitiert. Daran erinnerte gestern der ehemalige Chefarzt der Urologie, Prof. Rolf Harzmann. Er war dabei, als im Jahr 2005 die Kartei der Not ein Gerät zur Prostatabehandlung finanzierte. 110 000 Euro wurden damals gespendet. "Was mich immer wieder fasziniert hat, war der bemerkenswerte Pragmatismus von Ellinor Holland." Wenn sie von einer guten Sache überzeugt gewesen sei, habe sie sich mit aller Kraft dafür eingesetzt. Für Harzmann steht fest: "Frau Holland war eine exemplarisch herausragende Persönlichkeit der Stadt Augsburg."
"Der Tod von Ellinor Holland ist ein Verlust für die Augsburger Bürgerschaft", sagt Eberhard Schaub. Der frühere Chef der Hasen-Brauerei hat Ellinor Holland nicht nur als erfolgreiche Unternehmerin erlebt, sondern als engagierte Frau, "die sich im sozialen Bereich für die Belange aller Augsburger" eingesetzt habe: "Sie war immer für alle da." Diese Erfahrung hat Schaub als Vorsitzender der Datschiburger Kickers gemacht. Die karitative Traditions-Elf unterstützt seit vielen Jahren die Kartei der Not. "Was Ellinor Holland mit dem Leserhilfswerk geschaffen hat, verdient höchste Anerkennung", sagt Schaub.
Ellinor Holland lag auch die Kunst am Herzen. Der Augsburger Maler Max Kaminski nennt sie "eine herausragende Persönlichkeit". Die Galeristin Elisabeth Schulte trauert um eine gute Freundin, die sie sehr geschätzt und von der sie viel gelernt habe.
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