Wie viel Humor darf ein Ordnungsreferent haben? Darüber gehen die Meinungen in Augsburg auseinander, seit Volker Ullrich (CSU) am Dienstagnachmittag per Internet kundtat, dass die städtischen Verkehrsüberwacher ein Hoffest feiern. Im sozialen Netzwerk Facebook schrieb er unter anderem: „Was das heute Nachmittag in Sachen ,Knöllchen‘ bedeutet, überlasse ich jetzt der Fantasie…“
Ullrich wollte damit, wie er am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung sagte, den Kurs der Parküberwacher deutlich machen. „Sie sollen konsequent sein, aber mit Augenmaß.“ Er nutze das soziale Netzwerk, um direkten Kontakt zu Bürgern zu halten. „Und da darf man auch mal etwas mit Augenzwinkern machen.“
Die SPD sieht das ganz anders. Sie versteht gar keinen Spaß. Ullrich habe damit quasi dazu aufgerufen, „eine Ordnungswidrigkeit zu begehen“, sagt Stadträtin Tina Fendt. Die SPD wählt harsche Worte: Das Verhalten des Ordnungsreferenten sei „unwürdig“ und „spätpubertär“. Er sei den Verkehrsüberwachern in den Rücken gefallen. Gleichzeitig fordern die Sozialdemokraten Konsequenzen – ohne allerdings näher auszuführen, wie diese aussehen sollen. Der Facebook-Kommentar des Ordnungsreferenten war gestern auch kurz ein Thema im allgemeinen Ausschuss des Stadtrats, der am Nachmittag im Rathaus tagte. Ullrich verteidigte sich auch dort. Er habe viele positive Rückmeldungen bekommen. „Es wurde positiv aufgenommen, dass auch ein Ordnungsreferent etwas Humor zeigt.“ Auf Volker Ullrichs Facebook-Seite klickten bis gestern Abend 24 Nutzer auf die „Gefällt mir“-Schaltfläche.
Eine Gefahr für die Sicherheit in der Stadt war die Aktion ganz offensichtlich nicht. Die Polizei registrierte jedenfalls keine Behinderungen durch Falschparker, während die Verkehrsüberwacher auf ihr 25-jähriges Jubiläum anstießen.