Der Container selbst steht noch lange nicht, dafür gibt es seit kurzem eine großformatige Imagewerbung für das Interim neben dem Theater: Mit dem Slogan „Bau mich!“ trommelt das Theater auf öffentlichen Plätzen für die Übergangsspielstätte. Finanziert wird dies aus Eigenmitteln. „Der Aufwand ist aber nicht sehr hoch, es steckt eher viel eigene Arbeit drin“, sagt Schauspieldirektor Markus Trabusch.
Nachdem die Eröffnung des Containers bereits zweimal verschoben wurde – sie ist jetzt für Mai 2012 geplant – sieht sich das Theater offenbar genötigt, die Stimmung in der Stadt stärker pro Container zu drehen. „Das Schauspiel braucht diese zweite Spielstätte“, sagt Intendantin Juliane Votteler. Vier Wochen lang soll die Kampagne dauern.
Wenn sie beendet ist, könnte die neue Ausschreibung für die Container bereits laufen. Im Werkausschuss stellte Baureferent Gerd Merkle gestern den Zeitplan vor. Im Juli soll demnach der erste Bauauftrag vergeben werden. Der erste deshalb, weil Gewerke wie Elektro, Lüftung oder Bühnentechnik diesmal einzeln ausgeschrieben werden. „Wir hoffen, dadurch mehr Angebote zu bekommen“, sagte Merkle gegenüber der AZ. Die Bodenplatte, gegründet auf Pfählen, die die archäologisch relevanten Erdschichten nicht zerstören, soll im August gegossen werden. Die Gebäudehülle wird voraussichtlich im November stehen, so dass der Innenausbau über den Winter vorangetrieben werden kann.
Merkle sprach am Montag im Ausschuss von einem „sehr engen Zeitplan“, der auch von der Witterung abhängig sei. Wichtig sei außerdem, dass sofort nach der Abstimmung im Stadtrat am 26. Mai entsprechende Förderanträge gestellt werden.
Auch zum Aussehen des Containers gab es gestern Aussagen: Der Eingang wird an der Kasernstraße – nicht wie ursprünglich geplant am Ottmarsgässchen – liegen. Die Fassade wird an dieser Seite ohne Fenster gestaltet. Stattdessen gibt es eine Multifunktionswand, die für Projektionen genutzt werden kann. Der Übergangsbau wird am Ende 5,3 Millionen Euro kosten und hat rund 1570 Quadratmeter. Vorgesehen sind neben Foyer, Bühne und Zuschauerraum unter anderem Räume für Kostüme und Requisite sowie Künstlergarderoben.
Im Spielplan spielt der Bau noch keine Rolle
Im Spielplan für die Saison 2011/2012, den das Theater gestern vorstellte, spielt der Container noch keine Rolle. Lediglich eine Produktion des Musikensembles, „Boulevard Solitude“, ist bislang als Premiere ohne Veranstaltungsort aufgenommen.
Geplant ist, den Container als Spielstätte für die Bayerischen Theatertage 2012 heranzuziehen. Sie finden von 11. bis 27. Mai statt, rund 30 Bühnen werden sich dann in Augsburg präsentieren. Das Theater schreckt nach allem Hin und Her aber nichts mehr: „Wenn der Container bis zu den Theatertagen nicht steht, finden wir andere Lösungen“, betonte Juliane Votteler gestern. Sie schließt nicht aus, dann dann extra für die Theatertage eine Spielstätte – zum Beispiel ein Zelt – aufgebaut werden könnte.
Die neue Ausschreibung für den Container entsteht jetzt in Zusammenarbeit mit dem Augsburger Büro Gerhard Bestler. Vom bisherigen Planungsbüro PFP Architekten Hamburg hat sich die Stadt getrennt (AZ berichtete). „Die Abstimmungswege zwischen Augsburg und Hamburg waren zu weit und zu lang“, begründete Merkle die Entscheidung.
Von PFP stammt die Grundlagenermittlung zum Theaterstandort Augsburg, die 2009 unter anderem eine zweite Spielstätte neben dem Großen Haus als beste Lösung herausgearbeitet hatte. PFP zeichnete auch für die Entwurfsplanung der ersten Container-Ausschreibung verantwortlich. Das Büro bekam dafür 180 000 Euro. Nur eine Firma, Züblin, hatte schließlich ein Haupt- und ein Nebenangebot abgegeben, das aber von den Vorgaben der Ausschreibung abwich. Bei der Regierung von Schwaben war die Ausschreibung durchgefallen.