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11. März 2010 20:14 Uhr

Sozialbericht

Augsburger sind die Ärmsten in Bayern

Augsburger gehören zu den ärmsten Menschen in Bayern. Das belegen die neuesten Zahlen aus dem Sozialbericht. Und die Armut nimmt dramatisch zu, vor allem bei einer Bevölkerungsgruppe. Von Gerlinde Knoller

DIW: Armutsrisiko in Deutschland steigt
Foto: DPA

Augsburger gehören zu den ärmsten Menschen in Bayern. Dies belegen jüngste Zahlen aus dem Sozialbericht der Bayerischen Staatsregierung. Andreas Netzler vom Sozialministerium präsentierte sie am Donnerstag bei der Armuts-Tagung im Annahof.

Die Armut in Augsburg nimmt dramatisch zu, vor allem dort, wo man es zunächst am wenigsten vermutet: etwa bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren, oder denen, die erwerbstätig sind. Im Gesamtbild betrachtet ist der Lebensstandard in Augsburg-Stadt "vergleichsweise niedrig", so Netzler.

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Auffallend seien die großen Unterschiede zwischen Augsburg-Stadt und Augsburg-Land. So liegt das durchschnittliche real verfügbare Einkommen je Einwohner rund 18 Prozentpunkte unter dem im Landkreis, 20 Prozentpunkte unter dem im Landkreis Aichach-Friedberg und 13 Prozentpunkte unter dem in Bayern.

Armut zeigt sich auch darin, dass es in Augsburg-Stadt doppelt so viele Verbraucherinsolvenzen wie im bayerischen Durchschnitt gibt. Auch wird 30 Prozent häufiger Wohngeld beansprucht. Ebenso wird die Grundsicherung im Alter doppelt so häufig wie sonst in Bayern benötigt.

Deutlich über dem Landesdurchschnitt - so belegen es die Zahlen von 2008 - liegt das Armutsrisiko. Bayernweit trifft es 13,6 Prozent der Bürger, in Augsburg sind es 19 Prozent. Bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren ist die Armutsquote mit über 30 Prozent doppelt so hoch wie in Bayern.

Ähnlich besorgniserregend ist die Armut bei älteren Menschen: 50- bis 65-Jährige sind in Augsburg-Stadt rund ein Drittel häufiger von Armut betroffen als in Bayern. Was auffällt: Über 65-Jährige sind in Augsburg nicht mehr durch Armut gefährdet als im bayernweiten Vergleich.

Die bedrückenden Zahlen, hinter denen Menschen stehen, lassen sich fortsetzen. Alleinerziehende sind in der Stadt Augsburg zu mehr als 50 Prozent von Armut betroffen, das sind rund 15 Prozent mehr als in Bayern. Und es ist nicht garantiert, dass diejenigen, die Arbeit haben, davon ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Andreas Netzler berichtete, dass Erwerbstätige in Augsburg-Stadt zu einem Drittel öfter von Armut betroffen sind als in Bayern gesamt.

Im Laufe der Armuts-Tagung wurde der "Niedriglohnsektor" kritisch in den Blick genommen. Die Zahlen aus dem Sozialministerium zeigen, dass selbst eine schulische oder berufliche Qualifikation Armut oft nicht verhindern kann. Jeder Fünfte unter den Qualifizierten, etwa mit mittlerem Schulabschluss oder Lehre, sei von Armut betroffen.

Unter dem Motto "Gemeinsam geht es besser" hatten die Augsburger Armutskonferenz, die Katholische Erwachsenenbildung und das Augustana-Forum Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Sozialverbänden eingeladen, um Strategien gegen Armut in Augsburg zu diskutieren. Für Sozialreferent Max Weinkamm kommt der Armutsprävention in Augsburg größte Bedeutung zu. Gerlinde Knoller

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