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Umzugspläne: Bayernkolleg: Kultusminister plant Spitzentreffen

Umzugspläne

Bayernkolleg: Kultusminister plant Spitzentreffen

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    Marode, aber ausgelastet: Der Freistaat will das Bayernkolleg schließen.
    Marode, aber ausgelastet: Der Freistaat will das Bayernkolleg schließen.

    In die Diskussion um die Zukunft des Bayernkollegs kommt nun Bewegung: Kultusminister Ludwig Spaenle will sich „zeitnah nach Pfingsten“ mit Oberbürgermeister Kurt Gribl treffen. In dem Spitzentreffen soll nach Auskunft des Ministeriums besprochen werden, wie die Zukunft der Schule aussehen könnte. Die Varianten reichen von einer Sanierung des Kollegs und des Wohnheimes für rund 15 Millionen Euro bis hin zur Schließung.

    Augsburger Politiker befürchten, dass der Freistaat das Kolleg, an dem junge Erwachsene auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur machen, nach Marktoberdorf verlegen wird. Die Überlegungen lösten heftige Proteste aus. Am Samstag ist eine Demonstration auf dem Rathausplatz geplant.

    Das Kultusministerium bestätigt nur eine „ergebnisoffene Prüfung“ der Zukunft des Bayernkollegs. „Wir suchen eine tragfähige Lösung für diese wichtige schulische Einrichtung in Schwaben“, erklärte Minister Spaenle. Nach Auskunft seines Sprechers sind Treffen mit mehreren schwäbischen Politikern geplant. „Aber der Minister spricht erst einmal mit Oberbürgermeister Gribl“, ergänzte sein Sprecher Ludwig Unger. Das sei ihm ein „zentrales Anliegen“. In Zeiten knapper Kassen müsse der Freistaat aber alle Möglichkeiten prüfen.

    Während das Kultusministerium keine anderen Orte bestätigt, sind die Sorgen der Augsburger Politiker konkret: Sie fürchten, dass der Freistaat das Kolleg nach Marktoberdorf verlegt, weil dort Internatsplätze frei sind. Die Landtagsabgeordneten Johannes Hintersberger und Josef Miller erfuhren das im Februar bei einem Gespräch im Ministerium und zeigten sich in einem Brief an den zuständigen Beamten „total überrascht, ja geschockt!“.

    Das Gymnasium in Marktoberdorf ist von den Überlegungen ebenfalls überrascht worden. „Ich habe es in der Zeitung gelesen“, sagt Schulleiter Wilhelm Mooser. Er ist Chef des staatlichen Gymnasiums mit Internat. Das Wohnheim wurde erst saniert, und von den 108 Betten in Doppelzimmern sind rund 40 frei. Die Belegungszahlen gehen laut Moser zurück. „Wenn der Freistaat etwas für uns hat, würden wir daher nicht nein sagen“, erklärt der Rektor. Er wüsste derzeit aber nicht, wo die knapp 600 Schüler des Bayernkollegs unterrichtet werden könnten. „In der Schule haben wir augenblicklich keinen Platz“, sagt Mooser. Das Gymnasium wird saniert und erweitert, es wird danach aber nur so groß sein, dass die rund 1000 Schüler Platz haben.

    Der Augsburger Bildungsreferent Hermann Köhler würde dem Allgäu ein eigenes Bayernkolleg gönnen. Allerdings als zweite, kleinere Einrichtung neben der in Augsburg. Damit wäre ein großes Problem gelöst: „Man darf nicht in eine bestehende Einrichtung eingreifen, die für den städtischen Großraum sehr wichtig ist.“ Das Bayernkolleg wäre ein „riesiger Verlust“ für die Bildungslandschaft von Augsburg und Umgebung. Köhler lässt die Zahlen sprechen: 308 der 586 Schüler kommen aus der Stadt Augsburg, 196 aus den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg – das sind 86 Prozent. Nur zwölf Schüler stammen aus dem Allgäu.

    Auch Integrationsbeirat meldet sich zu Wort

    Augsburg protestiert auf breiter Front. Nach Politikern aller Parteien meldete sich der Integrationsbeirat zu Wort. „Wir sind der Meinung, dass das Schließen einer Schule mit einem derart hohen Schüleranteil mit Migrationshintergrund (36 Prozent) schwere Folgen hat“, schreibt Vorsitzender Ahmet Akcay. Er verweist auf den hohen Migrantenanteil in Augsburg (40 Prozent). „Mitbürger reagieren verständnislos und sind enttäuscht über dieses Geschehen“, so Akcay.

    Auch die Wirtschaft fordert einen Erhalt. „Das Bayernkolleg ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Es muss in der Stadt bleiben“, erklärte Regionalvorsitzender und Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer, Ernst Holme. Das Kolleg helfe gegen den Fachkräftemangel.

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