Tanz, Musik und Worte für Japan im MAN-Museum

„Was uns jetzt bewegt...“ zeigten Künstler an einem Benefizabend im MAN-Museum. Sie verarbeiteten die Ereignisse in Japan in Musik, Worten und Tanz und aus dem Moment heraus. In kürzester Zeit zusammengestellt, verbanden sich die Auftritte vor den Augen der Zuschauer zu einem durch ihre Unmittelbarkeit, Ehrlichkeit und Stimmigkeit berührenden Ganzen. Aufgetreten wurde für das Japanische Rote Kreuz.
Die Japanerin Ema Kawaguchi, ehemals Tänzerin am Theater Augsburg, wollte etwas für die Menschen in ihrer Heimat tun. Mit Renate Baumiller-Guggenberger hat sie Künstler für den Benefizabend gewonnen. Manroland mit Thomas Hauser stellte spontan das Museum zur Verfügung, Techniker des Theaters sprangen als Unterstützer ein, der Lions Club Elias Holl als Sponsor, und persönliche Kontakte sorgten für knapp 200 Zuschauer. So fügte sich alles für eine professionelle, gelungene Aufführung.
Den Beginn machte die Tänzerin Anina von Molnar, die sich in ihrem Solo zu dem für sich sprechenden Musikvideo „Flüchtige Bürger“ hektisch, flehentlich, traurig über die Bühne bewegte, schwungvoll, bisweilen kraftlos an den historischen Maschinenteilen am Rand eine Stütze suchend.
In weißem Kleidchen, zerbrechlich-unschuldig wirkend
Maiko Arai und Ami Takazakura vom Ballett Augsburg, beide aus Japan stammend, hatten eigens für den Abend ihr Duo „Yami wa hikari no haha“ kreiert. „Die Dunkelheit ist die Mutter des Lichts“ heißt ihr Titel frei übersetzt. In weißem Kleidchen und Hemdchen zerbrechlich-unschuldig wirkend, setzten sie ihre Betroffenheit in Bewegung um, schienen mit Augen starr vor Angst und Trauer Auswege zu suchen, Wege, wie es weiter geht, erst allein, dann gemeinsam.
Verstärkt wurde die Atmosphäre durch Worte von Japanern, die aus einer Märzausgabe der Zeit stammten. Gedanken über das Land, die Atomkraftwerke, persönliche Erlebnisse und Gefühle holte die Schauspielerin Daniela Nehring so ins Museum. Sie sprach aus dem Publikum, von den Seiten und inmitten der Tänzer, als sei Japan überall. „Worte“ nannte sich der gemeinsame Auftritt mit Tanzschülern von Ema Kawaguchi aus den Schulen Otevrel, Payer und Tingreen Jagob, in der Nehring sich wie zwischen einer tänzerisch atmenden Gruppe aus Mädchen bewegte, während sie Texte von Rose Ausländer und Rilke deklamierte.
Nicht direkt auf Japan bezogen, aber sich in der Stimmung nahtlos einfügend, brachte der Tänzer Daniel Zaboj mit Ceren Yavan das enorm ausdrucksstarke Duo „Taking my place“ auf die Bühne. Allein sich nacheinander sehend, einander brauchend, dann trotzig auseinandergehend und doch wieder zusammen – die Tänzer packten eine Welt von Gefühlen in eine wunderschöne, sprechende Sprache. Auch Choreograf Jochen Heckmann tanzte ein Solo, das den Abend bereicherte: „Game Over“ aus seinem Stück „Match Point“, in dem ein Mann ein Spiel überlebt.
Zum Trio Latido kam die Japanerin Tomoko Nakasugi (Mezzosopran) mit Peter Maklar und Christian Gruber an den Gitarren zusammen. Sie sangen und spielten von melancholisch bis virtuos eine farbige Palette aus japanischen und spanischen Stücken.
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