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Kulturpolitik: Brecht: Auf den Applaus folgt die Debatte

Kulturpolitik

Brecht: Auf den Applaus folgt die Debatte

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    Am Sonntag ging das Brecht-Festival zu Ende; 9000 Besucher kamen. Die Stadtregierung ist zufrieden, die Grünen wollen nachbessern.
    Am Sonntag ging das Brecht-Festival zu Ende; 9000 Besucher kamen. Die Stadtregierung ist zufrieden, die Grünen wollen nachbessern. Foto: Foto: Michael Hochgemuth

    Das Augsburger Brecht-Festival ist gerade vorbei, da zieht es Leiter Joachim Lang schon in eine andere Brecht-Stadt: Am heutigen Mittwoch fährt er nach Berlin. Am Rande der Berlinale will er dort Gespräche über das nächste Festival in Augsburg führen; unter anderem trifft er Claus Peymann, den Chef des Berliner Ensembles.

    Während Kulturreferent Peter Grab noch am Montag den Erfolg der Veranstaltungsreihe mit rund 9000 Besuchern lobte, gab es gestern Kritik von den Grünen: „Die Resonanz in Augsburg, aber vor allem die überregionale Wahrnehmung des Festivals hat dramatisch nachgelassen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Fraktionschef Reiner Erben und der kulturpolitischen Sprecherin Verena von Mutius. Mit dem Verlauf des Festivals sind die Grünen „unzufrieden“. Die Frage, „was Brecht der heutigen Politik zu sagen hätte“, sei trotz des diesjährigen Festival-Mottos „Brecht und die Politik“ völlig ausgeklammert worden. Bevor der neue Vertrag mit Lang verhandelt wird, sollte es deshalb dringend Gespräche über die Zukunft des Festivals geben.

    Wie berichtet, hatten die Grünen im Kulturausschuss vor rund zwei Wochen als einzige Fraktion gegen die Verlängerung Langs bis 2015 gestimmt. Eine Begründung war, dass Lang bislang kein Konzept vorgelegt habe. „Nur zu sagen, dass mehr Stücke am Theater aufgeführt werden sollen, ist zu wenig“, sagt Erben. Zudem sei fraglich, ob überhaupt ein externer Leiter nötig sei, wenn das Theater künftig zum Mittelpunkt des Festivals werden soll.

    Wie die Zukunft der Brecht-Reihe aussehen wird, ist offen. Kulturreferent Grab war gestern nicht erreichbar. Vor zwei Wochen hatte er betont, dass es Gespräche mit Theaterintendantin Juliane Votteler und mit Joachim Lang geben wird. Ein erster Termin hat inzwischen stattgefunden: Lang und Votteler trafen sich letzten Donnerstag.

    Die Forderungen der Stadtregierung an ein Brecht-Festival sind klar formuliert: Das Theater Augsburg soll Zentrum künftiger Brecht-Veranstaltungen in Augsburg werden. Jährlich sollte ein Brecht-Stück zu sehen sein, auch an Gastspiele renommierter Theater und an Konzerte ist gedacht.

    Wie die Verantwortung zwischen Intendanz und Festivalleiter aufgeteilt wird, wird Inhalt der Gespräche sein müssen – es ist wahrscheinlich die schwierigste Frage, heißt es.

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