Im Schnitt um 4,5 Prozent sollen die Tarife innerhalb des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV) zum Jahreswechsel steigen. Das betrifft die Preise von Stadtwerken und Regionalbussen. Fahrgäste von DB und Regiobahn sind betroffen, wenn sie innerhalb des Verbundgebiets fahren (siehe Info).
Vor allem wegen der steigenden Diesel- und Energiekosten wünschten die Unternehmen Preiserhöhungen, so AVV-Geschäftsführer Olaf von Hoerschelmann. Allein im Jahr 2010 wurde der Treibstoff um 4,35 Prozent teurer.
Die genauen Preise für die verschiedenen Ticketarten müssen noch festgelegt und mit der Regierung von Schwaben als Genehmigungsbehörde abgestimmt werden. Legt man die durchschnittlichen 4,5 Prozent Erhöhung zugrunde, würde eine Streifenkarte künftig 9,30 Euro kosten (bisher 8,90 Euro), ein Umweltabo in der Preisstufe 2 monatlich knapp 46 Euro (bisher 44 Euro).
Eine Ausnahme gibt es aber: Einzelfahrausweise für die Preisstufen 1 und 2 werden gleich viel kosten. Das war ein Wunsch aus Augsburg wegen des anstehenden Kö-Umbaus. Mehr zu kassieren und während der Bauzeit gleichzeitig schlechteren Service zu bieten, wäre wohl zu gewagt gewesen. Wie berichtet, werden während der Bauzeit kommendes Jahr die Trams nach Stadtbergen (Linie 3) und Göggingen (Linie 1) durch Busse ersetzt. Um die Fahrgastzahlen (2010 waren es bei den Stadtwerken mit 56,2 Millionen ein Rekord) halten zu können, müsse man „die Leute bei der Stange halten“, so Stadtwerke-Chef Norbert Walter. Mit der Finanzierung von Kö- und Bahnhofsumbau stehe die Preiserhöhung in keinem Zusammenhang, betonte er.
Langfristig streben die Stadtwerke eine neue Tarifstruktur an. Ein Kurzstrecken-Ticket, etwa gültig für drei Haltestellen mit der Tram, ist wegen des aktuellen Tarifgefüges nicht möglich, weil parallel zu den Trams Regionalbusse verkehren, die aber deutlich größere Haltestellenabstände haben. In etwa einem Jahr will der AVV weiter sein bei dem Versuch, die Interessen der Unternehmen unter einen Hut zu bekommen. Man wolle möglichst maßgeschneiderte Tarife anbieten.
„Aber je mehr Ticketarten es gibt, desto komplizierter wird es“, so von Hoerschelmann. Schon bald sind diese Neuerungen geplant:
Ab Herbst soll es ein Handy-Ticket geben, mit dem ein elektronischer Fahrschein aufs Mobiltelefon geschickt wird.
Ab 15. Juli gibt es ein Zweitages-Ticket (6,40 Euro) für Touristen.
Geplant wird ein Event-Ticket für Veranstaltungen, also eine rabattierte Tageskarte mit Freigabe für Nachtbusse. Auch ein verbilligtes Jobticket, das Arbeitnehmer über den Arbeitgeber kaufen können, ist angedacht.