Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten

Kommentar: CSU-Stadtrat Tobias Schley: Das Maß ist voll

Kommentar

CSU-Stadtrat Tobias Schley: Das Maß ist voll

  • |
  • |
  • |
    Tobias Schley.
    Tobias Schley.

    Was kann sich eigentlich Tobias Schley noch alles leisten, ehe die Spitze der Augsburger CSU endlich die Reißleine zieht? Das Maß ist voll, ein politischer Neuanfang ohne die Person Schley ist zwingend nötig.

    Der 40-jährige Stadtrat und Vorsitzende im Kreisverband West hat es einmal mehr geschafft, mit einer persönlichen Eskapade den Ruf der Partei schwer zu schädigen. Zum wiederholten Mal. Angetrunken mit 1,5 Promille soll er sich mit Polizisten angelegt haben. Der Vorfall reiht sich ein in das negative Bild, dass Schley in den vergangenen Jahren immer wieder abgegeben hat.

    Auch jetzt noch steht die Parteiführung um den Bezirksvorsitzenden Johannes Hintersberger zu Schley. Sie begrüßt es, dass der Kreisvorsitzende sein Parteiamt ruhen lässt, und will zunächst die weiteren Ermittlungen abwarten. Das ist alles. Ansonsten gehen Hintersberger und auch Fraktionschef Bernd Kränzle eher auf Tauchstation. Sie vermitteln geradezu den Eindruck, dass die Vorgänge um Schley die politische Arbeit der Augsburger CSU überhaupt nicht berühren.

    Gribl äußerte seine Enttäuschung

    Zumindest einer aus Reihen der CSU teilt diese Auffassung nicht. Oberbürgermeister Kurt Gribl war es, der frühzeitig seine Enttäuschung über das Verhalten von Schley zum Ausdruck gebracht hat. Gribl spricht davon, dass die Tätigkeit der Stadtregierung durch das Agieren von Schley entwertet wird. Eine klare Aussage. Ähnliche Töne hätte sich OB Gribl sicherlich auch von Hintersberger und Kränzle gewünscht.

    Oder ist es momentan doch alles nur eine trügerische Ruhe? Denn die Personalie Tobias Schley ist keineswegs nur ein Fall für die Partei vor Ort, den man mit leichter Hand herunterspielen könnte. Man darf sicher sein, dass die CSU-Landesleitung in München sehr genau beobachtet, was sich in diesen Tagen in Augsburg abspielt. Ministerpräsident und Parteichef Horst Seehofer kann es nicht gefallen, dass die Augsburger CSU schon wieder mit sich selbst beschäftigt ist.

    Im Jahr 2013 stehen die Bundestags- und die Landtagswahl an, im Frühjahr 2014 findet die Kommunalwahl statt. Für die CSU steht bei diesen Wahlen sehr viel auf dem Spiel. Es sind nicht nur die Kandidaten, die sich zur Wahl stellen, sondern es geht auch um das Erscheinungsbild einer Partei. Es mag eine Momentaufnahme sein, die sich allerdings in die Köpfe der Wähler einprägt: Die CSU in Augsburg gibt im Umgang mit Tobias Schley ein jämmerliches Bild ab.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden