Wer in Augsburg und Umgebung wohnt, ist statistisch gesehen ein glücklicher Mensch: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Augsburg. Geografiestudenten haben knapp 8000 Bürger aus Augsburg und den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg dazu befragt, wie wohl sie sich in ihrem Stadtteil oder ihrer Gemeinde fühlen, wie sie Einkaufsmöglichkeiten, Familienfreundlichkeit, Sauberkeit oder Nahverkehr bei sich einschätzen. „Man sagt den Augsburger ja nach, dass sie Grantler seien, aber bei Glück und Lebensqualität schneidet die Region besser als mit Schulnote Zwei ab – das ist schon etwas Besonderes“, so Geograf Dr. Markus Hilpert, der mit Sascha Schmid und Daniela Schneider das Projekt leitete.
Der "Wohlfühlatlas" umfasst 20 Indikatoren
Insgesamt haben die Wissenschaftler rund 20 Indikatoren zur Lebensqualität abgefragt. „Wir waren in jeder Gemeinde im Gebiet und haben Passanten gefragt oder an Türen geklingelt“, so Hilpert. Daraus entstand in Zusammenarbeit mit der Stadtzeitung jetzt ein „Wohlfühlatlas“ für die Region. Während die Zufriedenheit insgesamt recht hoch ist, gibt es in Teilbereichen Unterschiede.
- Einkaufsmöglichkeiten Sie werden in Augsburg durchgehend relativ gut bewertet (Note 2,4), in den zwei Landkreisen gibt es je nach Gemeinde aber relativ große Unterschiede – abhängig vom Weg zum nächsten Geschäft. Im Augsburger Land gaben die Bürger Note 3,0, im Wittelsbacher Land waren es 3,1.
Das ist der Landkreis Augsburg
Der Landkreis Augsburg liegt im Regierungsbezirk Schwaben und ist mit etwa 240.000 Einwohnern der drittgrößte Landkreis Bayerns. Er ist 1071 km² groß.
Nachbarlandkreise sind die Landkreise Donau-Ries, Aichach-Friedberg, Landsberg am Lech, Ostallgäu, Unterallgäu, Günzburg und der Landkreis Dillingen an der Donau.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern 1972 wurde aus den Landkreisen Augsburg und Schwabmünchen sowie Teilen des Landkreises Wertingen und einigen Orten der Landkreise Donauwörth und Neuburg an der Donau ein neuer Landkreis gebildet, der zunächst Landkreis Augsburg-West hieß.
Gleichzeitig wurden Göggingen, Haunstetten, Inningen und Bergheim in die Stadt Augsburg eingemeindet. Augsburg war fortan Sitz des neuen Landkreises, der am 1. Mai 1973 seine noch heute gültige Bezeichnung Landkreis Augsburg erhielt.
Augsburg ist zugleich Sitz der Regierung von Schwaben und ist nach München und Nürnberg die drittgrößte Stadt in Bayern
Augsburg ist die einzige deutsche Stadt mit einem eigenen Feiertag, dem Augsburger Friedensfest am 8. August.
Seit 2008 ist Martin Sailer Landrat des Landkreises Augsburg.
Heute umfasst der Landkreis 46 Gemeinden. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 225 Einwohnern je Quadratkilometer.
Die Verschuldung des Landkreises betrug 2011 45,8 Millionen Euro.
Die Arbeitslosigkeit lag im Mai 2012 bei 2,6 Prozent
- Medizinische Versorgung Hier bietet sich ein ähnliches Bild. In Augsburg wird sie durchschnittlich mit einer 1,8 bewertet. Im Umland fällt die Zufriedenheit ab, wobei es innerhalb der Landkreise große Schwankungen gibt. „Ausschlaggebend dürfte sein, ob es in der Gemeinde einen Hausarzt gibt“, vermutet Hilpert. In den Gemeinden, wo sich kein Hausarzt niedergelassen hat und auch keiner in der Nachbargemeinde sitzt, geht die Zufriedenheit meist nach unten.
- Nachbarschaft Wie beim Glück gibt es hier innerhalb der Region kaum Schwankungen. Die meisten Bürger sind zufrieden mit ihren Nachbarn. Es gibt ein leichtes Land-Stadt-Gefälle. Am besten versteht man sich im Landkreis Augsburg mit seinen Nachbarn (Note 1,9), dann folgt Aichach-Friedberg (2,0), etwas schlechter ist es in der meist anonymeren Stadt (Augsburg: 2,4).
- KulturEin gemischtes Bild gibt es beim Kulturangebot. Insgesamt ergibt sich für alle Gemeinden der Region ein Durchschnitt von 3,2. Bewertet wurde nur das Angebot im jeweiligen Ort. So erklärt sich, dass die Bürger im Bärenkeller am unzufriedensten in der Region sind (Note 4-5), obwohl sie es etwa ins nächste Kino weitaus näher hätten als beispielsweise Bewohner aus den Stauden, die zufriedener sind. Dieses Phänomen gab es bei mehreren Themenfeldern. Beim Vereinsleben gab es etwa kleinere Gemeinden mit zwei oder drei Vereinen, in denen die Bewohner mit dem Angebot viel zufriedener waren als die in der Stadt mit den größeren Möglichkeiten. „Den Leuten ist auch klar, was sie sich vor Ort erwarten können“, sagt Hilpert.
- Buch Der etwa 50-seitige „Wohlfühlatlas“ stellt Befragungsergebnisse und objektive Daten gegenüber. Erhältlich ist er für 9,90 Euro im Buchhandel und in den Geschäftsstellen der Stadtzeitung.