Das Bayernkolleg bleibt in Augsburg, die Verlegung nach Marktoberdorf ist vom Tisch. Das teilte der Landtagsabgeordnete Johannes Hintersberger (CSU) soeben unserer Zeitung mit. Er beruft sich dabei auf ein Telefonat mit Kultusminister Ludwig Spaenle.
Damit hat der Protest der letzten Wochen Erfolg gezeigt: Gemeinsam mit Lehrern des Bayernkollegs sammelten die Kollegiaten Unterschriften für den Erhalt ihrer Schule; 2800 hatten sie bereits an Oberbürgermeister Kurt Gribl übergeben. Im Hintergrund liefen derweil im Stillen politische Gespräche. Augsburgs OB Kurt Gribl hatte sich am Dienstag in München mit Kultusminister Ludwig Spaenle getroffen.
Gribl und Schulreferent Hermann Köhler vertraten die Augsburger Argumente in München „mit Gewicht“, wie Ministeriumssprecher Ludwig Unger bestätigte.
Allein die Überlegung, das voll ausgelastete Kolleg in Augsburg möglicherweise zu schließen, hatte in Augsburg einen Proteststurm ausgelöst. Das Kultusministerium hatte aus finanziellen Gründen über eine Verlegung nachgedacht. An der Schillstraße müssten Wohnheim und Schule für bis zu 15 Millionen Euro saniert werden – in Marktoberdorf sind Internatsbetten leer. Augsburg betonte die Bedeutung des Kollegs für die Stadt: Mehr als 85 Prozent der rund 600 Schüler stammen aus der Stadt und den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg. Viele Migranten nutzen die Schule als zweiten Weg zum Abitur. Schüler, Ex-Schüler, Lehrer und Politiker aller Parteien sprachen sich für den Erhalt aus.
Die Details sind noch unklar. Die Stadt hatte stets betont, dass sie die Schule als Ganzes erhalten will. Ohne Wohnheim müsste sie laut Gesetz für das Kolleg aufkommen. AZ