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Hintergrund: Das Duell der Mächtigen

Hintergrund

Das Duell der Mächtigen

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    Christian Märtin
    Christian Märtin

    Hans-Eberhard Schurk (61) ist seit acht Jahren Präsident der Hochschule Augsburg. Zweimal schon hat er die Präsidentenwahl ohne große Probleme für sich entschieden. Nun will er es zum dritten Mal wissen. Doch diesmal bekommt es Schurk mit einem Konkurrenten aus den eigenen Reihen zu tun, den man nicht unterschätzen sollte. Davon gehen Kenner der Hochschule aus. Sie sprechen von einem „Duell der Mächtigen“. Denn Amtsinhaber Schurk wird von einem zweiten einflussreichen Mann herausgefordert: dem Senatsvorsitzenden Christian Märtin (53). Und Schurk bietet auch Angriffsflächen.

    Noch hat der Wahlkampf an der Hochschule nicht begonnen. Offiziell sollen die Kandidaten erst im April gekürt werden. Doch nach Schurk hat nun auch Märtin öffentlich erklärt, fürs Präsidentenamt kandidieren zu wollen. Deshalb wird im Vorfeld schon intensiv diskutiert – über die beiden Bewerber, ihre Qualifikationen, persönlichen Eigenschaften und auch über ihre Chancen.

    In der Regel kann ein langjähriger Präsident auf einen „Amtsbonus“ zählen. Das gilt wohl auch für Schurk. „Wenn es um die Bilanz der letzten Jahre geht, dann müsste es Schurk wieder werden“, sagt ein Insider. Der Präsident habe die Hochschule offensiv und sicher durch stürmische Zeiten geführt – durch die große deutsche Studienreform genauso wie durch den ersten Ansturm des doppelten Abiturjahrgangs in Bayern, aber auch durch die umfangreichste bauliche Modernisierung auf dem Campus seit Bestehen der heutigen Hochschule in Augsburg.

    Nach außen könne der Präsident eine hervorragende Bilanz vorweisen, sagen viele. Die Hochschule hat ihre internationalen Kontakte ausgebaut, das Studienangebot ist moderner geworden. Zusammen mit dem Team der beiden Vizepräsidenten habe Schurk inzwischen auch den Bereich Forschung besser aufgestellt, heißt es.

    Der strikte Leistungsanspruch des 61-Jährigen wird oft gewürdigt. Er hat aber auch eine Kehrseite: „Schurk verlangt viel, von sich selbst, aber auch von anderen, und das kommt nicht bei allen gut an“, sagt ein langjähriger Professor. Unter Schurks Leistungsansprüchen leide bisweilen die Kollegialität.

    Hochschulintern gibt es offenbar auch andere Baustellen, die dem Präsidenten zu schaffen machen. Nicht alle Fachbereiche fühlen sich von Schurk, der ursprünglich Professor für Maschinenbau ist, gleich gut vertreten. Gerade mit den Gestaltern, die im bundesweiten Wettbewerb sehr erfolgreich sind, gab es in der Vergangenheit öfter Meinungsverschiedenheiten.

    Viele im Wahlgremium haben sich noch nicht festgelegt

    Innerhalb der Hochschule hat wiederum Herausforderer Märtin viele Anhänger sammeln können. „Er hat den Konsens auf der Stirn stehen“, sagt einer. Märtin ist langjähriger Vorsitzender des Senats, einem wichtigen strategischen Gremium für die Ausrichtung der Hochschule. Ein Schwerpunkt des Senats ist die Koordination von Forschungsaktivitäten, die auch bei den praxisnahen Hochschulen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Neue Studiengänge werden im Senat ebenfalls mit auf den Weg gebracht.

    Märtin leiste im Gremium gute strategische Arbeit, sei in seinem Fachgebiet Informatik sehr präsent und wirke insgesamt integrierend, heißt es. Vor allem ihm sei es zu verdanken, dass nach wie vor alle Fakultäten im Senat vertreten sind. Persönlich gilt der 53-jährige Professor als ein ruhiger und bedächtiger Mensch, der innerhalb der Hochschule exzellent vernetzt ist.

    Doch auch wenn Märtin in Kreisen der Hochschule ein einflussreicher Mann ist, eine große öffentliche Wirkung habe er bislang nicht entfaltet, meinen einige. Das sei wiederum Schurk im Präsidentenamt möglich gewesen. Aufgrund seiner Erfolgsbilanz habe Schurk allerdings auch Neider.

    Diese unterschiedlichen Konstellationen von Macht und Einfluss sind es, die den kommenden Wahlkampf spannend machen, meinen Insider. Gewählt wird im Hochschulrat. Er ist zu gleichen Teilen mit internen Vertretern der Hochschule und externen Mitgliedern besetzt.

    Kenner glauben, dass beide Konkurrenten momentan eine ähnlich große Anhängerschaft in den verschiedenen Lagern haben. „Eine dritte große Gruppe der Wahlmänner und -Frauen hat sich zu diesem frühen Zeitpunkt aber noch nicht festgelegt“, meint ein Kenner. Einige rechnen wohl damit, dass die Karten noch einmal neu gemischt werden. Es könnte noch einen dritten hochkarätigen Interessenten von außerhalb für das Präsidentenamt geben, heißt es. Bewerbungen sind noch bis Anfang März möglich.

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