Was passierte genau an jenem Sonntagmorgen, als sich CSU-Kommunalpolitiker Tobias Schley morgens um 5 Uhr am Königsplatz in angetrunkenem Zustand mit einem Taxifahrer und hinzugerufenen Polizeibeamten angelegt haben soll? Die Ermittlungen der Polizei laufen, ein Ergebnis steht nach wie vor aus.
Für CSU-Parteichef Johannes Hintersberger ist entscheidend, wie sich der Sachverhalt darstellt, bevor er öffentlich Stellung zu dem Vorgang beziehe. Zu möglichen Konsequenzen, die sich für Schley parteiintern ergeben könnten, gebe es daher auch momentan nichts zu sagen. Eines betonte Hintersberger gestern: „Tobias Schley hat am Tag der Berichterstattung nach einem guten Gespräch sein Amt als Kreisvorsitzender ruhen lassen, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind.“
Vonseiten der Parteiführung, so heißt es aus anderer Quelle, werde derzeit kein Druck auf Schley aufgebaut. So war es dem Vernehmen nach überhaupt kein Thema, dass Schley auch das Stadtratsmandat vorübergehend ruhen lassen könnte. Bestätigt wird aus gut informierten Kreisen allerdings, dass die CSU-Landesleitung in München die Vorfälle in Augsburg sehr wohl registriere. Generalsekretär Alexander Dobrindt sei informiert, heißt es.
Schley selbst äußert sich gegenwärtig nicht zu den Debatten über seine Person. Er verwies gestern auf seine Erklärung, die er abgegeben hatte, als über den nächtlichen Vorfall erstmals berichtet wurde: „Ich erkläre, dass ich weder Akteur noch Betroffener in der Situation war. Vielmehr wollte ich schlichtend und deeskalierend eingreifen. Das ist mir nicht gelungen...“
Auf diese Erklärung verwies Tobias Schley auch bei einer Sitzung des Kreisvorstands am Montagabend. Da Schley das Vorstandsamt ruhen lässt, übernehmen die vier Stellvertreter gegenwärtig die Geschäfte. Florian Gerstenberg leitete die Sitzung, eine Aussprache gab es nicht.