Studienanfänger sind zu Beginn des Sommersemesters verstärkt auf Wohnungssuche. Und alle haben das gleiche Problem: Die Mietpreise in bayerischen Universitätsstädten sind zum Teil happig. Mit Abstand das teuerste Pflaster ist nach wie vor München. In Augsburg finden Studierende noch eher eine bezahlbare Bleibe. Aktuelle Preise hat das Immobilienportal immowelt ermittelt.
Zum Vergleich: In der Landeshauptstadt München mit ihren Eliteuniversitäten müssen Studenten für ein kleineres Apartment im Schnitt 14,60 Euro pro Quadratmeter im Monat berappen. In Augsburg sind für eine eigene Wohnung durchschnittlich acht Euro pro Quadratmeter fällig. In der Rangliste von 19 bayerischen Universitätsstädten liegt Augsburg damit im unteren Mittelfeld. Günstiger ist es nur in Coburg, Passau, Kempten und Hof (siehe Grafik rechts).
Billig, aber oft abgelegen
Allerdings geht bei den Kosten für eine Wohnung die Schere weit auseinander. Je nachdem, ob man allein in einem Apartment lebt, oder ob man sich für ein deutlich günstigeres Zimmer in einer Wohngemeinschaft entscheidet.
In einer WG-Wohnung in München zahlen Studenten im Schnitt 12,20 Euro pro Quadratmeter und Monat. In Augsburg ist es nur etwa die Hälfte. Hier ermittelte immowelt einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 6,60 Euro.
Zwar können Studenten viel Geld sparen, wenn sie sich mit einem WG-Zimmer begnügen. Ein grundsätzliches Problem ist nach Angaben der Immobilienexperten aber, dass bezahlbare Mehrzimmerwohnungen, die in strategisch günstiger Nähe zu Universitäten und Hochschulen liegen, eher rar sind. Gleichzeitig ist heuer die Konkurrenz bei der Suche nach einer Bleibe größer. Mit den doppelten Abiturjahrgängen werden deutlich mehr Studienanfänger erwartet als sonst. Das macht sich schon jetzt bemerkbar.
Die Abiturienten des letzten neunjährigen Gymnasiums sind gerade fertig geworden. Viele von ihnen suchen offenbar erst nach der günstigsten Lösung für eine eigene Bude in Augsburg. Sie haben sich für einen Platz in einem der Studentenwohnheime beworben. Dort kostet ein Apartment warm im Schnitt knapp 200 Euro im Monat. Beim Studentenwerk stehen aktuell 250 Bewerber auf der Warteliste für einen der fast 1400 Wohnheimplätze in Augsburg. Das sind etwa 25 Prozent mehr Bewerber als im Sommersemester des Vorjahres.
Aber auch, wenn es mehr Interessenten für die Wohnheime gibt, schätzt man beim Studentenwerk die Lage auf dem Wohnungsmarkt noch nicht als kritisch ein. Etliche Kandidaten auf der Warteliste hätten erfahrungsgemäß schon keinen Bedarf mehr, weil sie woanders fündig wurden. Auch Privatzimmer, die das Studentenwerk ebenfalls vermittelt, seien noch zu haben.
Entspannung dürfte das neue Studentendorf an der Uni bringen. An der Bürgermeister-Ulrich-Straße baut das Studentenwerk gerade 301 Wohneinheiten. Sie sollen ab 1. Oktober bezugsfertig sein. Im Herbst wird auch die erste Spitze des Studentenbergs erwartet. Wird es dann extrem eng bei der Wohnungssuche? Doris Schneider, Geschäftsführerin beim Studentenwerk, wagt noch keine Prognose. „Im Notfall werden wir vorübergehend Notquartiere einrichten, so dass jeder ein Dach über dem Kopf hat“, sagt sie. "Meinung