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Verkehr: Die Spritpreise treiben Augsburger aufs Rad

Verkehr

Die Spritpreise treiben Augsburger aufs Rad

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    Die hohen Spritpreise treiben die Augsburger aufs Rad.
    Die hohen Spritpreise treiben die Augsburger aufs Rad. Foto: Anne Wall

    Die hohen Spritpreise treiben die Augsburger aufs Rad: Aktuelle Zahlen gibt es zwar nicht, aber es scheint so, dass mehr Radler in Augsburg unterwegs sind als in den Vorjahren. Morgens an den Einfallstraßen folgt seit einigen Wochen ein Zweirad aufs andere.

    „Vergangenen Monat hatten wir etwa fünf bis sechs Kunden, die aufgrund der Spritpreise aufs Fahrrad umgestiegen sind“, berichtet Thomas Ludwig von Zweirad Bäuml am Jakobertor. Und auch der Kö-Umbau tut sein Übriges: „Ich fahre zwar schon immer viel, aber jetzt, wo die Straßenbahn durch Busse ersetzt wird, wird’s noch mehr“, sagt Sabine Ludwig aus Göggingen.

    Zwölf bis 14 Prozent des Verkehrs in Augsburg laufen über das Fahrrad, so verschiedene Befragungen und Zählungen. Mit seinem Radl-Anteil liegt Augsburg im Bundesschnitt bei vergleichbaren Großstädten. Spitzenreiter nach wie vor das Auto mit etwa 40 Prozent.

    „Obwohl es ein schleichender Prozess ist, würde ich sagen, dass seit etwa zehn Jahren wieder deutlich mehr mit dem Rad gefahren wird. Wegen der Benzinpreise dürfte sich dieser Trend verstärken“, so Radhändler Georg Salcher aus Göggingen. Der Slogan seines Geschäfts momentan: „4-mal volltanken = ein neues Fahrrad.“ Während Radler in den 60er Jahren vor allem aus Geldnot in die Pedale traten, seien heute vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Geschäftsführer alle Schichten mit dem Rad unterwegs.

    200 bis 500 Euro würden die meisten investieren, die sich ein Rad für die Arbeit suchen, so Joachim Gaag, Prokurist bei Radlbauer. „Der Durchschnittspreis für ein Fahrrad geht zwar nach oben, aber die Qualität hat sich – im Vergleich zu zehn Jahren davor – verbessert.“

    Bei der Stadt verspricht man, mehr für Radler tun – allerdings seit Jahren. Laut Befragungen für Stadt oder Stadtwerke sind die Augsburger Radler seit Jahren mit ihrer Situation sehr unzufrieden. Beklagt werden zu wenig Abstellplätze (das Radparkhaus am Bahnhof platzt aus allen Nähten) und schlechte Radwege. Auf den Lückenschluss der Ost-West-Radachse in der Grottenau – immer wieder aus dem Haushalt gestrichen und momentan wegen des Kö-Umbaus nicht möglich – warten die Augsburger seit Jahren. Immerhin soll mit dem Maxstraßen-Umbau das Kopfsteinpflaster entschärft werden. Und auch bei den Verkehrsumlegungen ab dem 10. April für den Kö-Umbau wurde an Radler gedacht (siehe unten). Die Pferseer Unterführung soll heuer in den Sommerferien angegangen werden: Die Stadt wird die Mauern zwischen Fußweg und Fahrbahn abreißen, um Platz für Radler zu gewinnen.

    „Es ist schon einiges passiert“, sagt Janos Korda vom ADFC zur städtischen Verkehrspolitik. Allerdings gebe es immer noch ein Ungleichgewicht zugunsten des Autos. „Für eine MAN-Spange sind 51 Millionen Euro kein Problem, für Radwege, die auch vielen Augsburgern etwas bringen, wäre ein Bruchteil nötig“, sagt Korda. Bei der Förderung des Radverkehrs könnte Augsburg schon viel weiter sein.

    Dabei gehe es nicht darum, Verkehrsarten gegeneinander auszuspielen. Doch angesichts der Spritpreise müsse man den Mobilitätsmix neu überdenken. „Wenn wir uns das Auto dauerhaft leisten wollen, müssten wir alle mehr radeln“, so Korda.

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