Im Prozess gegen einen Mann, der seine Frau in Aichach mit 79 Messerstichen getötet haben soll, sind nun die Hausbewohner befragt worden. Von Nicole Simüller

Mit 79 Messerstichen soll ein Mann in einem Aichacher Mehrfamilienhaus seine von ihm getrennt lebende Frau getötet haben. Seit dieser Woche muss er sich vor dem Landgericht Augsburg wegen Mordes verantworten. Am zweiten Prozesstag standen die Aussagen anderer Hausbewohner im Mittelpunkt. Insgesamt sollen rund 30 Zeugen vernommen werden.
Von Weinkrämpfen geschüttelt, schilderte eine Hausbewohnerin die dramatischen Abläufe am Tattag im März. Demnach rannte sie in die Wohnung des Angeklagten, nachdem sie dessen Kinder im Treppenhaus hatte schreien hören, erzählte die Frau. In der Wohnung habe sie den Angeklagten gefunden, wie er auf seiner Frau kniete und auf sie einstach, so die Zeugin. Sie und eine Nachbarin hätten noch versucht, den Mann wegzuziehen, schafften es nach Angaben der Hausbewohnerin aber nicht.
Die beiden Frauen baten laut der Zeugin weitere Hausbewohner vergeblich um Hilfe. An einer Wohnung sei ihr sogar die Tür vor der Nase zugeschlagen worden. Weil ihr schlecht wurde, sei sie schließlich mit der Tochter des Angeklagten nach unten gegangen. Dabei hätte sie die Tochter immer wieder gefragt: "Was ist mit meiner Mama?"
Am Donnerstagnachmittag wird der Prozess fortgesetzt. Die Verteidigung spricht von einer Affekttat und einer nicht auszuschließenden verminderten Schuldfähigkeit des Angeklagten. Am Dienstag hatten Polizeibeamte ihre Eindrücke vom Tatort geschildert. Demnach kamen die Beamten nach mehreren Funksprüchen zu der Wohnung, wo sie den Angeklagten festnahmen. Im blutverschmierten Bad sei die 44-jährige Frau tot auf dem Boden gelegen, berichtete der Beamte, der zuerst am Tatort war.
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