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Augsburg: Die ersten Besucher kehren dem Theater den Rücken

Augsburg

Die ersten Besucher kehren dem Theater den Rücken

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    Augsburger Stadttheater.
    Augsburger Stadttheater.

    Die Besucher des Theaters Augsburg scheinen die Debatte um die Spielstätten sattzuhaben: In der vergangenen Saison ist ihre Zahl drastisch gesunken. 234000 Gäste und damit 12000 weniger als ein Jahr zuvor – das ist die Bilanz der Spielzeit 2009/2010. Es ist eines der schlechteren Ergebnisse der letzten zehn Jahre.

    Damit ist eingetreten, wovor Intendantin Juliane Votteler lange gewarnt hatte: Die Besucher würden einen ständigen Wechsel der Spielorte nicht mitmachen. Problematisch ist, dass dem Theater gleich zwei Bühnen „verloren“ gingen: Die Kongresshalle, in der die Sinfoniekonzerte stattfanden, wird seit Mai 2010 saniert. Das Philharmonische Orchester spielt seitdem in Gersthofen. Hier gingen die Abonnentenzahlen laut Theater „schmerzhaft“ zurück, „obwohl das qualitative Angebot eher gesteigert werden konnte“.

    Im Juli 2010 wurde die Komödie dichtgemacht. Das Theater – hier vor allem das Schauspiel – wich auf die Dierig-Produktionshallen und das Textilmuseum aus. Doch diese Ausweichquartiere werden laut Votteler im Freiverkauf nicht angenommen. Und: „Auch bei den Abonnenten ist inzwischen eine durchaus verständliche Verärgerung auffällig“, sagt Votteler.

    Finanziell macht sich der Rückgang der Besucher ebenfalls bemerkbar: Pro Zuschauer fällt im Theater ein Minus von 2,10 Euro an. In der Spielzeit 2008/2009 waren es noch 80 Cent. Auf die Besucherzahl umgerechnet bedeutet dies ein Minus von rund 490000 Euro im Jahr. Dass das Theater in seiner Bilanz für 2009/2010 „nur“ ein Defizit von 110000 Euro aufweist, liegt daran, dass die Stadt einen Teil des Verlusts übernommen hat.

    Insgesamt liegt das Minus im Theater nun bei über 2,2 Millionen Euro. Nach jeweils fünf Jahren werden die Jahresfehlbeträge von der Stadt ausgeglichen. So sieht es die Verordnung für Eigenbetriebe vor. Das Theater, so heißt es in einem Bericht des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands, werde auch in Zukunft nicht in der Lage sein, „sich selbst aus dem operativen Geschäft zu finanzieren“. Eine „solide und verlässliche Förderpolitik“ sei deshalb „unabdingbar“.

    Am Montag wird der Jahresabschluss des Theaters im zuständigen Werkausschuss vorgestellt. Der Kommunale Prüfungsverband bescheinigt der Theaterleitung darin, „dass die Geschäfte mit der gebotenen Sorgfalt“ geführt worden seien. Intendantin Votteler bezeichnet ihre Arbeit der vergangenen Monate dagegen eher als „Krisenmanagement“ denn als kreative künstlerische Auseinandersetzung.

    Thema wird am Montag auch der geplante Container neben dem Großen Haus sein: Das Baureferat stellt die Vorentwurfsplanung vor. Stimmt der Stadtrat am 26. Mai zu, kann das Ausschreibungsverfahren beginnen. Ausgeschrieben wird nach einzelnen Gewerken (Hochbau, Lüftung, Bühnentechnik...). Laut Baureferent Gerd Merkle steigen damit die Chancen, dass mehr Angebote eingereicht werden. Im Sommer soll dann die Bodenplatte gegossen werden. „Den Termin einer Eröffnung im Mai 2012 wollen wir auf jeden Fall halten“, sagt Merkle. Wie berichtet, ist es bereits das zweite Ausschreibungsverfahren für den Container. Das erste war bei der Regierung von Schwaben durchgefallen.

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