Sie selbst sehen sich als die etwas anderen Augsburger Stadträte. Zu ihrem politischen Auftritt gehört bewusst die Inszenierung der eigenen Person. Für die drei Vertreter der Freien Wähler besteht die Kommunalpolitik eben nicht nur aus den inhaltlichen Themen, sondern sie lebt auch von den Personen, die sich in der Politik engagieren. Ein bisschen Show gehört einfach dazu.
Nach diesem Prinzip verfährt die Fraktion der Freien Wähler seit ihrem Zusammenschluss im Oktober 2010, als Rainer Schönberg – damals einzig gewählter Stadtrat der Freien Wähler – die beiden Stadträtinnen Rose-Marie Kranzfelder-Poth (FDP) und Regina Stuber-Schneider (CSU) für seine Gruppierung gewann. „Wir sind drei Individuen mit unterschiedlichen Charakteren, die sich gefunden haben“, sagen die Drei bei einem Pressegespräch, in dem sie sich zu ihrer politischen Rolle und zur persönlichen Zukunft äußern.
Während in anderen Parteien noch gerätselt wird, wer bei der Kommunalwahl 2014 von den amtierenden Stadträten weitermachen will, sind die Weichen bei den Freien Wählern bereits gestellt. Es kommt ein klares Ja von allen drei Stadträten, dass sie auch im März 2014 wieder antreten. Die Liste mit 60 Kandidaten werde komplett sein, heißt es: „Das schaffen wir.“
Die Freien Wähler sehen ihre Chancen dabei deutlich besser als vor vier Jahren. Damals reichte es eben gerade mal für einen Sitz. Die Ansprüche sind gestiegen. Mindestens drei Sitze sollen es 2014 sein. Drei plus x lautet das Ziel. Und was macht die Freien Wähler so optimistisch? Schönberg verweist auf die erfolgreiche Arbeit der Freien Wähler im bayerischen Landtag: „Die Bürger sehen, was wir leisten. Das verschafft uns eine bessere Position in Augsburg.“ Rose-Marie Kranzfelder-Poth sieht im „Bekanntheitsgrad“ der drei amtierenden Stadträte eine ideale Ausgangsbasis für die Wahl. Die Bürger wüssten mit den Namen der drei Stadträte etwas anzufangen.
Einen eigenen Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl werden die Freien Wähler auf alle Fälle präsentieren. Man werde durch eine Kandidatur besser wahrgenommen, sagt Schönberg, der selbst 2008 angetreten war. Erfahrungen als OB-Kandidatin bringt aber auch Rose-Marie Kranzfelder-Poth mit, sie war vor vier Jahren für die FDP ins Rennen gegangen. Schönberg kam auf 1,2 Prozent der Stimmen, Kranzfelder-Poth auf 1,0 Prozent. Noch aber lassen sich die Freien Wähler nicht in die Karten blicken, wer die Spitzenposition einnimmt.