Mit dem Licht hat sich Bettina Meier-Kaiser zuletzt beschäftigt, dem Licht und der Fotografie. Die Ergebnisse sind derzeit im Foyer des Textil- und Industriemuseums in Augsburg (tim) zu sehen. Bei der Vernissage nannte sie der tim-Direktor Karl B. Murr gar eine „Lichtfängerin“.
Die Farbfotografien, die präsentiert werden, hat Meier-Kaiser nicht am Computer bearbeitet. Alle Aufnahmen sind analog entstanden, sind festgehaltene Augenblicke von Lichteinfällen. Hinzu kommt, dass Meier-Kaiser nicht nur Licht-, sondern auch Stimmungsbilder eingefangen hat.
Die Künstlerin hat damit auch einen Kommentar zu ihrer eigenen Vita geschaffen. Mit Licht hätte sie schon früher gerne gearbeitet. Sie wäre am liebsten Beleuchterin im Theater geworden. Doch der Beruf stand Frauen in den 1980er Jahren nicht offen. So fand sie einen anderen Weg ans Theater.
Beeinflusst von den griechischen Philosophen
Wichtig war dafür, dass sie ihr Abitur in den 70er Jahren am St.-Anna-Gymnasium machte, dort hatte sie Alt-Griechisch gelernt. Das „Erkenne dich selbst“ der griechischen Philosophen sei zum Impuls für ihren „inneren Weg“ geworden. „Ich habe unbewusst immer nach einem tieferen Sinn im Leben gesucht“, begründet sie ihre Entscheidung für mehrere Studiengänge in München. Doch bald spürte sie: „Das Theater ist meine Welt, egal an welchem Platz.“ So belegte sie Semester in Theaterwissenschaft, dem Fach, in dem sie dann promovierte, und nahm Schauspielunterricht.
In den vergangenen Jahren hat sich Meier-Kaiser in Augsburg als Theatermacherin präsentiert. Zuletzt im Jahr 2010 mit dem Stück „Niccolo und Louise“ im Hoffmann-Keller. Darin zeigte sie, was sie an den Münchner Kammerspielen bei Dieter Dorn und George Tabori gelernt hatte. Deutlich wurde auch, dass die Suche nach dem Sinn ihr Thema ist.
„Ich bin ein spiritueller Mensch“, sagt sie. Und das Land, in dem sich Meier-Kaiser zu Hause fühlt, heißt Indien, wo für viele der Ursprung der Spiritualität zu finden ist. In diesem Zusammenhang muss ihre Übersetzung des indischen Epos Ramayana aus dem Englischen genannt werden. „Ich habe es in eine dramatische Form gebracht und möchte diese einmal für die Bühne umsetzen“, sagt Meier-Kaiser. Die Ideen gehen ihr nicht aus.
Laufzeit Die Ausstellung „Licht-Farben“ im Textil- und Industriemuseum ist bis zum 29. Februar von Dienstag bis Sonntag zu sehen.