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Städtebau: Hasenbräu-Areal: Der nächste Abriss droht

Städtebau

Hasenbräu-Areal: Der nächste Abriss droht

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    Über 500 Jahre reicht die Tradition von Hasenbräu zurück. Auf dem alten Brauereigelände werden seit Jahren abschnittsweise Wohnungen gebaut. Zwischen Armenhausgasse und Kapuzinergasse sollen weitere Neubauten entstehen.
    Über 500 Jahre reicht die Tradition von Hasenbräu zurück. Auf dem alten Brauereigelände werden seit Jahren abschnittsweise Wohnungen gebaut. Zwischen Armenhausgasse und Kapuzinergasse sollen weitere Neubauten entstehen.

    Der historische Kamin auf dem früheren Hasenbräu-Gelände ist schon gefallen. Nun droht auch noch der Abbruch der alten Mälzerei, um neue Wohnungen hochzuziehen. Augsburgs Heimatpfleger Hubert Schulz ist alarmiert von den Plänen mitten im historischen Stadtzentrum. Er warnt: „Man darf die Geschichte dieses Areals nicht völlig ausradieren.“

    Neuer Eigentümer des ehemaligen Brauereigeländes zwischen Kapuzinergasse und Armenhausgasse ist die Firma Klaus Wohnbau. Klaus Wohnbau will auf dem Grundstück bis zu 170 Wohnungen errichten, in kleinem Umfang auch Gewerbeflächen. Kürzlich wurden die ersten Pläne nicht öffentlich im Baukunstbeirat vorgestellt.

    Das beratende Expertengremium für die Stadt hat einige Punkte der Planung sehr positiv beurteilt. Einen Abriss der Mälzerei sahen die Fachleute aber nach AZ-Informationen kritisch. Die Empfehlung lautete, Klaus Wohnbau solle sich noch einmal intensiv mit der vorhandenen Bausubstanz auseinandersetzen.

    Ähnlich urteilt Norbert Diener, Leiter des Stadtplanungsamtes. Ziel sollte sein, zumindest charakteristische Teile der Mälzerei zu erhalten, sagt er. „Es sollte ablesbar bleiben: Hier wurde früher Bier gebraut.“ Diener räumt aber auch ein, dass der Zweckbau aus dem Jahr 1911 nicht unter Denkmalschutz steht. Mit einer Genehmigung könnte er durchaus abgerissen werden. Auch der bereits abgerissene Hasenbräu-Kamin stand nicht unter Schutz.

    Bei Klaus Wohnbau favorisiert man einen Abbruch der alten Mälzerei. Die Bausubstanz sei marode und nicht geeignet für eine neue Nutzung, sagt Geschäftsführer Ruhdorfer. „Da knirscht es arg.“ Auch die Belichtung in dem Gebäude gilt als schwierig. Zwei Seiten sind praktisch ohne Fenster. Man müsse bei einer neuen Nutzung massiv in die Fassade eingreifen, was keine gute Lösung sei, so Ruhdorfer. Dabei bezieht er sich auf firmeneigene Untersuchungen.

    Andererseits sieht man auch bei Klaus Wohnbau, welche Brisanz in der Entwicklung dieses historischen innerstädtischen Areals liegt. „Wir wollen alles richtig machen“, sagt der Geschäftsführer. Der Münchener Architekt Albert Blaumoser werde individuell auf den Standort eingehen. Entstehen soll eine neue urbane Architektur, die dem Umfeld gerecht wird.

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