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Augsburg: Hinter dem „Drei Mohren“ liegen turbulente Zeiten

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Hinter dem „Drei Mohren“ liegen turbulente Zeiten

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    Früher gingen die Augsburger in „ihrem“ Drei Mohren in der Maximilianstraße ein und aus. Nach dem Umbau schienen einige mit dem neuen Haus ein wenig zu fremdeln. Das soll sich nun ändern.
    Früher gingen die Augsburger in „ihrem“ Drei Mohren in der Maximilianstraße ein und aus. Nach dem Umbau schienen einige mit dem neuen Haus ein wenig zu fremdeln. Das soll sich nun ändern. Foto: Anne Wall

    Noch immer stehen Bauzäune im Außenbereich, auch im Inneren wird am neuen Restaurant „Sartory“ gewerkelt. Fast zwei Jahren nach dem Beginn der Umbauarbeiten ist das „Drei Mohren“ in der Maximilianstraße noch immer nicht komplett fertig. Sogar die Mitarbeiter machen inzwischen ihre Späßchen: Was für die Berliner ihr Großflughafen und die Hamburger die Elbphilharmonie, so witzeln sie, das ist für die Augsburger das „Drei Mohren“: eine ewige Baustelle.

    Dagmar Waßmann, Vorstand der Drei Mohren AG, kann inzwischen wieder mitlachen. Dabei waren die vergangenen beiden Jahre wahrlich keine einfache Zeit. Erst zogen unzählige Pannen den Umbau des Hotels in die Länge, mehrmals musste der Eröffnungstermin verschoben werden. Als es im Frühjahr endlich losging, gab es bei aller Begeisterung über die neue Optik auch immer wieder kritische Stimmen und hier und da Nachbesserungsbedarf. Es schien nicht rund zu laufen. Im Sommer folgte der überraschende Wechsel an der Spitze des Hauses und jetzt die Trennung vom Betreiber Arcona. Waßmann will damit nun endlich abschließen, nach vorne blicken. Das Drei Mohren, so sagt sie, soll wieder zur „guten Stube der Augsburger“ werden. Und das sind ihre Herausforderungen dabei:

    Die letzten Baustellen im Haus

    „Es war sehr viel Pech dabei“, sagt Waßmann über den sechsmonatigen Verzug: Wasserschäden, technische Probleme. Auch als der Betrieb startete, gab es immer wieder Verzögerungen. So ist die Terrasse noch immer nicht fertig. Um den Schluckbrunnen zu bohren, dessen Wasser für die Kühlung des Hauses sorgt, verging mehr Zeit als angenommen. Im Frühsommer sollen die ersten Gäste aber im Außenbereich Platz nehmen.

    Die vergrößerte Tiefgarage ist weitestgehend in Betrieb – allerdings mit Verspätung. Anfang Feb- ruar soll das Restaurant „Sartory“ eröffnen. Die Räume wurden unter anderem für das Silvester-Dinner schon genutzt, mussten dann aber für die abschließende Beseitigung eines länger zurückliegenden Wasserschadens geschlossen werden. Zuletzt soll dann noch der Eingangsbereich erneuert werden.

    Auch bei den Betriebsabläufen und den Sicherheitsvorkehrungen musste sich vieles erst einspielen, sagt Waßmann. So wurde zum Beispiel mehrfach fehlerhaft Feueralarm ausgelöst, das Haus musste evakuiert werden. Man habe aus all diesen Dingen gelernt, heißt es.

    Bereits voll in Betrieb ist der 400 Quadratmeter große Spa-Bereich. Die Übernachtungszahlen in den jetzt 131 Zimmern beurteilt Waßmann „positiv“. Bar und Café seien „Renner“ und auch das Maximilian’s werde „sehr gut angenommen“.

    Die geänderte Aufgabenverteilung

    Für viele Gäste ist es einfach das „Drei Mohren“. Dahinter standen bislang aber gleich mehrere Unternehmen: die Drei Mohren AG, der die Immobilie gehört und die die Mitarbeiter bezahlt; der Betreiber Arcona Hotels und Ressorts, der die strategische Ausrichtung bestimmte; sowie Steigenberger, das über einen Franchisevertrag seinen Namen zur Verfügung stellt und im Gegenzug dem Haus einen gewissen Standard abverlangte.

    Anfang Januar stieg Arcona aus der Kooperation aus. Die Drei Mohren AG will das Haus nun selbst betreiben. Experten sagen, die Eigenständigkeit eröffne dem Hotel mehr Handlungsspielraum. Denn Arcona entwickelte seine Strategien bislang auch für vier weitere Steigenberger-Hotels in Rostock, Wismar, Eisenach und Osnabrück. In diesen Häusern bedient man jedoch vor allem Übernachtungsgäste, das gastronomische Angebot steht – anders als im Drei Mohren – im Hintergrund.

    In Augsburg scheint man tatsächlich über die Trennung nicht allzu traurig zu sein. „Wir wollen uns jetzt stärker und individueller auf Augsburg ausrichten“, kündigt Waßmann an. Sonst solle sich am Grundkonzept wenig ändern.

    Die neue Ausrichtung auf den Gast

    Es klingt wie ein Lippenbekenntnis, wenn Direktorin Anja Bantle sagt: „Das Drei Mohren gehört zu Augsburg und den Augsburgern.“ Doch wenn man sie durch die Bar oder das Restaurant spazieren sieht, spürt man, dass sie es ernst meint. Bantle, die erst im November die Leitung von der überraschend ausgeschiedenen Direktorin Kirsten Schneider-Kohnke übernommen hat, ist schon nach wenigen Monaten allseits bekannt. Sie begrüßt ihre Stammgäste, ist den Augsburgern eine Gastgeberin. Genau das war es, was Waßmann wollte, als sie Bantle nach Augsburg holte.

    Sie will ein Hotelkonzept, das nicht nur die Übernachtungsgäste, sondern auch die Augsburger anspricht. Das, was das alte Bistro „3M“ war, soll die neue Bar werden: ein Treffpunkt für die Augsburger.

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