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Augsburg: Internet für jedes Klassenzimmer

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Internet für jedes Klassenzimmer

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    Das Anna-Gymnasium geht ans Netz. In den Ferien verlegen Elektriker in jedem Klassenzimmer Leitungen fürs Internet. Das soll an allen Augsburger Schulen Standard werden, kostet aber viel Geld.
    Das Anna-Gymnasium geht ans Netz. In den Ferien verlegen Elektriker in jedem Klassenzimmer Leitungen fürs Internet. Das soll an allen Augsburger Schulen Standard werden, kostet aber viel Geld. Foto: Foto: Alexander Kaya

    „Die kleine Raupe Nimmersatt“ hat es in den Computer geschafft. Der Kinderbuch-Klassiker führt die Beliebtheitsliste des Online-Leseförderprogramms „Antolin“ an. Schon Erstklässlern wird hier das Lesen schmackhaft gemacht, indem sie bei einem Quiz Fragen zu Büchern beantworten. Für Schulen werden Computer immer wichtiger, um Medienkompetenz zu vermitteln, die Schüler aufs Berufsleben vorzubereiten – und auch einfach als Lehrmittel, das den Kindern Spaß macht.

    In Gymnasien ist Informatik Pflichtfach. Berufsschulen müssen mit dem Standard von Unternehmen mithalten. Jugendliche stellen Schülerzeitungen am Computer her. Die Schulen bieten PC-Arbeitsplätze für diejenigen, die daheim keinen Internetzugang haben. Daher investiert die Stadt Augsburg mehrere Millionen Euro in die Vernetzung der öffentlichen Schulen. Schon jetzt hat jede einen Online-Zugang, Ziel ist Internet in jedem Klassenzimmer. Das Programm läuft seit vier Jahren, mit einem Etat von jährlich 2500000 Euro, berichtet Andrea Unglert vom Schulverwaltungsamt.

    Die Ausstattung für ein Gymnasium kostet 100000 Euro

    Das sei nicht viel, denn allein die Vernetzung eines großen Gymnasiums verschlingt schnell mal 100000 Euro, eine kleinere Schule immerhin noch 60000 Euro. Doch 25 bis 30 der 70 öffentlichen Schulen ins Augsburg haben den Sprung schon geschafft. Sie sollen außerdem untereinander vernetzt werden, damit zum Beispiel schulübergreifende Projekte möglich sind.

    Jetzt, in den Ferien, laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Aktuell verlegen Elektriker unter anderem am Anna-Gymnasium im Antonsviertel die Leitungen dafür. Das staatliche Gymnasium, seit vergangenem Schuljahr eine von bayernweit 30 Modellschulen für digitales Lernen, geht damit als letztes öffentliches Augsburger Gymnasium „ans Netz“. Auch alle Berufsschulen sind schon online.

    Am Maria-Theresia-Gymnasium und der Berufsschule 5 läuft ein Pilotversuch, der wegweisend für ganz Augsburg sein könnte, so Bildungsreferent Hermann Köhler. Sie dürfen an einem Projekt der Stadt München teilnehmen, für das eigens eine Lern-Software entwickelt wurde. Alle Schüler haben Zugang zu dem Netz. Auch von zu Hause aus können sie arbeiten, um zum Beispiel Hausaufgaben zu erledigen und Referate zu schreiben.

    Den Lehrern wächst die Wartung über den Kopf

    Von den Gymnasien und Berufsschulen werden die Online-Projekte auf andere Einrichtungen ausgeweitet. Drei Mittelschulen (früher: Hauptschulen) sind ab Schuljahresbeginn vernetzt. Weil selbst Grundschulen schon Bedarf angemeldet haben, strebt die Stadt laut Unglert „Campuslösungen“ an: Grund- und Mittelschule, die in einem Gebäudekomplex liegen, teilen sich einen Server. Das spart Kosten für Investition und Wartung.

    Mindestens 3000 PCs stehen in den öffentliche Schulen der Stadt. Die Betreuung übernehmen meist computerkundige Lehrer. Doch langsam wächst ihnen diese Aufgabe über den Kopf, für die sie normalerweise nur ein oder zwei Stunden pro Woche freigestellt werden. Daher sind im Schulverwaltungsamt der Stadt drei Mitarbeiter nur für das Thema EDV an Schulen zuständig.

    Unglert und ihr Kollege Marcus Radewahn sehen angesichts des Computer-Booms nur eine Chance: „Wir müssen Standards setzten, mit denen wir ordentlich arbeiten können, auch bei den Geräten.“ Diese sollten maximal fünf Jahre alt sein – wie alt manche wirklich sind, darüber schweigen sie sich lieber aus.

    Heuer hatte das Schulreferat Glück. Die Firma Fujitsu Siemens sponserte 300 neue Laptops. Sonst bestehen Firmenspenden oft aus alten Geräten. Da kostet die Wartung so viel, dass sie sich kaum lohnen.

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