Aus der Illegalität in die Legalität - dank des Projekts "Schwabenwand" können seit gestern vier Flächen legal mit Graffitis besprayt werden. Die "Hall of Fame", die sich in der Gehwegunterführung der Haunstetter Straße in Höhe des Univiertels befindet, ist die bekannteste Freifläche.

Das Projekt soll dazu dienen, die jährlichen Sachschäden, die durch illegale Graffitis verursacht werden, zu reduzieren. Allein der Schaden, den das Augsburger Schulverwaltungsamt im vergangenen Jahr durch Vandalismus und Graffitis zu verzeichnen hatte, beläuft sich auf etwa 28 000 Euro, so Diana Naranjo vom Kriminalpräventiven Rat. Das Projekt "Schwabenwand" solle außerdem unter den Augsburgern eine stärkere Akzeptanz für diese Form der Kunst schaffen. Viele Menschen würden Graffitis als störend empfinden und eher von Sachbeschädigung als von Kunst sprechen.
Die jetzt ausgewiesenen Bereiche sind durch ein eigens gestaltetes Symbol gekennzeichnet. Außerdem wurden von der Augsburger Graffiti-Vereinigung "Die Bunten" spezielle Anfängerbereiche ausgewiesen. "Die Außenbereiche an der Hall of Fame sind für die Künstler gedacht, die wissen, dass sie das Graffiti, das sie übersprayen, überbieten können", erklärt Daniel Tröster von den "Bunten". Etwa alle sechs Jahre, je nach Standort, müssten die Wände von den Szenemitgliedern komplett abgeklopft werden, damit städtische Bauwerks-prüfer an die Substanz könnten. Dadurch würde jedoch den Sprayern auch die Chance gegeben, die blanken Wände ganz neu zu gestalten, so Tröster.
Die Tatsache, dass sich unter anderem sogar Künstler aus Berlin, München und Regensburg in Augsburg verewigen, zeigt dem Sprayer, dass die Augsburger Freiflächen in der Szene sehr beliebt sind.
Um jedem die Möglichkeit zu geben, diese künstlerische Ausdrucksform im öffentlichen Raum zu erlernen oder einmal auszuprobieren, bieten "Die Bunten" Workshops für Anfänger und Interessierte an. Beispielsweise findet am 5. Juni an der "Hall of Fame" eine Jam-Session statt. Sie soll allen die Möglichkeit bieten, die Graffiti-Kultur Augsburgs hautnah mitzuerleben.
Das Projekt "Schwabenwand" konnte vor allem durch die enge Zusammenarbeit vom Büro für Popkultur, dem städtischen Tiefbauamt, "den Bunten" sowie dem Kriminalpräventiven Rat verwirklicht werden. Laut Diana Naranjo (Kriminalpräventiver Rat) könnten, falls das Projekt positiv bewertet wird, noch weitere Standorte zur Verfügung gestellt werden.
Verhaltensregeln, Standorte der Freiflächen, Symbol:
www.graffiti.augsburg.de
Workshop-Angebot
www.die-bunten.de
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