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Überblick: Jugend- und Popkultur sind in Augsburg ein weites Feld

Überblick

Jugend- und Popkultur sind in Augsburg ein weites Feld

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    Popkultur in Augsburg: „King the Fu“ im Popcollege (oben v. l), Proben für „Unsere Show“, „Razed“ bei Modular, (u. v.l) Studenten der Hochschule und ihre Projekte, Beratungen mit Jürgen Enninger und legales Sprühen an der Schwabenwand.
    Popkultur in Augsburg: „King the Fu“ im Popcollege (oben v. l), Proben für „Unsere Show“, „Razed“ bei Modular, (u. v.l) Studenten der Hochschule und ihre Projekte, Beratungen mit Jürgen Enninger und legales Sprühen an der Schwabenwand. Foto: Fotos: Archiv

    Pop, Popmusik, Popkultur – es ist naheliegend, dass der Popkulturbeauftragte einer Stadt als Ansprechpartner für Bands verstanden wird. Dem ist nicht so: Der Augsburger Jugend- und Popkulturbeauftragte Richard Goerlich kümmerte sich um ein weites Feld, und dabei natürlich auch um Musik. Ein Überblick.

    lBand des Jahres Den Band-des-Jahres-Wettbewerb der Neuen Szene gibt es schon lange: Zum 26. Mal wird am 9. März im Ostwerk die talentierteste Band ermittelt. Für die Bands endete damit auch ihre Betreuung. „Mehr konnten wir als Magazin und Veranstalter nicht stemmen“, so Chefredakteur Walter Sianos. Deshalb war er froh, als sich der Popkulturbeauftragte um die Sieger kümmerte. Als Gewinner durften sie am „Popcollege“ teilnehmen, das Goerlich maßgeblich organisierte. Ob dieses Angebot bleibt, weiß Sianos nicht.

    lPopcollege Die Band „King the Fu“ gewann 2009 den Bandwettbewerb. „Das Popcollege hat uns sehr viel gebracht, wir erhielten theoretische Grundlagen und praktische Tipps. Wir wurden von Michael Dannhauer geschult. Von seinen Ratschlägen profitieren wir noch heute“, sagt Bandmitglied Frank Schmidt. Michael Dannhauer, Gitarrist und ehemaliges Mitglied der Augsburger Band „Nova International“, steht bis heute in Kontakt mit „King the Fu“. Schmidt schätzt Dannhauers Unterstützung, genauso wie die von Goerlich: „Als Künstler ist es sehr wichtig, eine Anlaufstelle zu haben, sonst rennt man mit seinen Ideen zu fünf verschiedenen Stellen und am Ende interessiert sich niemand dafür.“

    lUnsere Show Die Idee stammt von Markus Becker, Geschäftsführer des Downtown Music Instituts. Gemeinsam mit Goerlich hat er sie realisiert. Bei „Unsere Show“ erhalten nun im dritten Jahr Schüler von Hauptschulen einen günstigen oder kostenlosen Gesangs- und Instrumentalunterricht. Für „Unsere Show“ erhielten Becker und Goerlich 2010 den Pick-Up-Preis, der seit 1991 vom Bayerischen Rundfunk und vom Rock.Büro.Süd verliehen wird. Goerlich wird das Projekt ehrenamtlich weiterführen.

    Der Professor war erst skeptisch, dann aber sehr erfreut

    lHochschule Anfangs war Prof. Robert Rose von der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Augsburg sehr skeptisch. Ein städtischer Beauftragter für Jugend- und Popkultur? Das konnte er sich nicht vorstellen. Doch dann stellte er fest: „Aus dem Nichts entstand eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit, abseits der üblichen Seilschaften“, so Prof. Rose. Zahlreiche Studenten der Hochschule konnten während des Rahmenprogramms zur Frauenfußball-WM, das Goerlich verantwortete, ihre Arbeiten und Projekte in der Ausstellung „Football for Peace“ in der Orangerie vorstellen. „Darin steckte ein Jahr Arbeit, aber es hat sich sehr gelohnt“, sagt Professor Rose.

    lKultur- und Kreativwirtschaft In den vergangenen dreieinhalb Jahren ist in Augsburg viel passiert, stellt Jürgen Enninger fest. Er ist der regionale Ansprechpartner des Kompetenzzentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft in Bayern. „Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein Wirtschaftsbereich wie jeder andere auch.“ Goerlich war während seiner Amtszeit ein Brückenbauer für ihn. Enninger: „Er hat es verstanden, den Kontakt zur Szene zu halten und verschiedene Kontakte zu vernetzen.“ So konnte Enninger tätig werden, Orientierungsberatungen anbieten und Fördermöglichkeiten ausschöpfen. Nicht zuletzt Lab Binaer, das Labor für Medienkunst, und die Filmfirma Dancing Squirrel profitierten davon.

    lSkater und Biker Im November 2010 gründete sich der Verein Razed. Die Mitglieder wollen sich mit einer eigenen Skaterhalle verstärkt um Jugendarbeit kümmern. Vorsitzender Benjamin Ali: „Als junger Verein weiß man oft gar nicht, an wen man sich bei der Stadt wenden soll. Richard Goerlich hat für uns Treffen arrangiert, Kontakte vermittelt.“ So konnte sich „Razed“ im vergangenen Jahr beim Modular-Festival präsentieren.

    Beim Thema Graffiti macht keiner einen Luftsprung

    l Schwabenwand „Legales Sprühen, wenn man mit diesem Anliegen bei der Stadt anruft, macht erstmal niemand einen Luftsprung“, so Daniel Tröster. Der Popkulturbeauftragte, als offizieller Ansprechpartner, der einem verbindliche Aussagen macht, kam den Mitgliedern des Projekts „Schwabenwand“ vor über drei Jahren gerade recht. „Goerlich nahm sich für uns Zeit“, so Tröster.

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