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Handy-Videos: Jugendliche stellen Augsburger Obdachlose im Internet bloß

Handy-Videos

Jugendliche stellen Augsburger Obdachlose im Internet bloß

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    Jugendliche stellen Augsburger Obdachlose im Internet bloß
    Jugendliche stellen Augsburger Obdachlose im Internet bloß

    "Penner & Atzen regieren Augsburg" heißt das Filmchen, das bei der Internet-Plattform "Youtube" zu sehen ist. Und es ist nicht das Einzige dieser Art: Unbekannte Jugendliche machen sich derzeit einen Spaß daraus, wehrlose Obdachlose in Augsburg vor laufender Kamera zu demütigen. Die Videos ihrer Streifzüge durch die Innenstadt veröffentlichen sie dann, geschnitten und unterlegt mit Musik, im Internet. Drei sind es - bis jetzt.

    Schlafend auf dem Gehweg

    Ein alkoholisierter Mann am Moritzplatz, daneben ein witzelnder Bursche. Ein anderes Opfer, schlafend auf dem Gehweg. "Ist alles in Ordnung?", schreien die Jugendlichen - und filmen auch hier direkt auf den Mann. 6.15 Minuten lang ist das Machwerk, das die Unbekannten bei der Video-Plattform "Youtube" eingestellt haben. Ein anderer Film zeigt, wie zwei Wohnsitzlose am Hauptbahnhof in Streit geraten. Ein dritter stellt einen älteren Mann bloß, der nur noch sinnlose Worte von sich gibt.

    Geschmacklose, aber harmlose Filme? Der Augsburger Rechtsanwalt und IT-Experte Hagen Hild hat sich eines der Videos angesehen. Sein Schluss: "Die Macher könnten eine Menge Ärger bekommen." Strafrechtlich wegen Beleidigung - und weil sie die Videos ohne die Einwilligung der Gefilmten veröffentlicht haben. Hild: "Nach dem Kunsturhebergesetz droht dafür Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr." Allerdings müssten die Gefilmten selbst Antrag auf Strafverfolgung stellen. Auch zivilrechtlich könnte die Jugendlichen ihr Film teuer zu stehen kommen. Anwalt Hild: "Die Betroffenen haben nicht nur Unterlassungsansprüche, sie könnten auch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld klagen."

    Die Polizei hat den Film nach den Recherchen unserer Zeitung ebenfalls gesichtet, spricht von einem "geschmacklosen und menschenverachtenden" Werk. Die Möglichkeiten gegen die Veröffentlichungen einzuschreiten, seien aber begrenzt, räumt Manfred Gottschalk ein.

    Beim Katholischen Verband für Soziale Dienste (SKM), der unter anderem die Wärmestube betreibt, sorgten die Filme für Empörung. "Es ist erschreckend, wie hier die Hilflosigkeit von Alkoholikern und Wohnsitzlosen ausgenutzt wird", sagt Diözesanreferent Wolfgang Krell. "Wo bleibt da die Menschenwürde?" Der SKM will nun aktiv werden. Einer der Gefilmten sei bekannt. "Wir werden ihn informieren und helfen, wenn er sich rechtlich wehren will."

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