Von der Theaterintendantin bis hin zu den Museumschefs: Jetzt warnen auch die Spitzen der großen städtischen Kultureinrichtungen davor, den Fortbestand der Staats- und Stadtbibliothek in Augsburg aus Spargründen aufs Spiel zu setzen. In einem offenen Brief an OB Kurt Gribl appellieren sie, die jetzige "Form der Bibliothek, deren wissenschaftliche Struktur und deren Ort zu erhalten". Auch müsse die Bibliothek "zukunftsfähig gemacht", sprich saniert, werden.
Der Brief ist von 17 städtischen Vertretern aus dem Kulturbereich unterschrieben, etwa von Juliane Votteler, Intendantin des Theaters, und Christof Trepesch, Direktor der Kunstsammlungen.
Die Unterzeichner betonen, dass die "Stabi" wie die Kunstsammlungen und Museen Augsburg und das Stadtarchiv essenzieller Bestandteil des kulturellen Gedächtnisses der alten Reichsstadt Augsburg sei. Darüber hinaus sei sie ein wissenschaftliches Institut von nationalem Rang, um das Augsburg von anderen Städten beneidet werde. Die Spitzen der Kulturszene befürchten, mit einer Zerschlagung der Bibliothek werde das kulturelle Image der Stadt nationalen und internationalen Schaden erleiden.
Auch der Naturwissenschaftliche Verein für Schwaben hält die Stabi in ihrer jetzigen Form für unverzichtbar. Der Verein sei sehr eng mit der Staats- und Stadtbibliothek verbunden, sagt Vorsitzender Eberhard Pfeuffer. "Ihre Bestände enthalten auch unsere einstige sehr wertvolle Vereinsbibliothek. Damit ist sie, so unsere bisherige Überzeugung, in ihrem Gesamtbestand optimal gesichert und gleichzeitig für die interessierte Öffentlichkeit benutzbar." Außerdem organisiert die Bibliothek die Versendung der jährlichen Vereinsberichte in alle Welt und erhält dafür im Tausch bedeutende Fachzeitschriften.
Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß (FDP) hat Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) um Unterstützung bei der Rettung der Stabi gebeten. Er soll ein größeres finanzielles Engagement des Freistaats prüfen. Abgeordnete Claudia Roth (Grüne) bat gestern Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) um Hilfe für die Stabi. Die Stadt zahlt jährlich fast eine Million Euro Betriebskosten, der Freistaat nur 18 900 Euro. (eva)
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