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Mobilo in Augsburg: Kunden und Händler sind unzufrieden

Mobilo in Augsburg

Kunden und Händler sind unzufrieden

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    Mobilo, was bist du nur? „Viele wollen die Münze  nicht, weil sie nicht wissen, was das ist.“
    Mobilo, was bist du nur? „Viele wollen die Münze nicht, weil sie nicht wissen, was das ist.“ Foto: Anne Wall/ Archiv

    Der Mobilo kommt einfach nicht in Fahrt: Seit einem halben Jahr gibt es das Parkrückvergütungssystem in Augsburg. Die Münze im Wert von 50 Cent können Kunden im Parkhaus oder bei der Fahrt mit Bus oder Straßenbahn einsetzen. Doch weil viele Geschäfte den Mobilo nicht bewerben und zudem Kunden und Verkäufer das System nicht kennen, bleiben die Münzen oftmals in der Schublade liegen. Nur auf Nachfrage gibt es den Mobilo in den meisten der 70 teilnehmenden Geschäfte in der Innenstadt – und das oft nur für Stammkunden. Die City-Initiative Augsburg (CIA) kennt diese Probleme und will nachbessern.

    Mobilo - „Keine Ahnung, wann man bei uns das Ding bekommt“

    „Einige Händler sind noch zu zögerlich“, weiß CIA-Geschäftsführer Heinz Stinglwanger. Vielleicht auch deshalb, weil die Händler die Mobilos selbst kaufen müssen: 40 Cent zahlen sie pro Münze, 10 Cent übernehmen die Parkhausbetreiber. „Ich wünsche mir, dass mehr Händler ihre Kunden direkt ansprechen“, sagt Stinglwagner.

    Das fordert auch Elke Hedorfer von Foto Optik Mayer in der Annastraße: „Das System muss mehr beworben werden. Vielen Kunden muss man genau erklären, wie der Mobilo funktioniert.“ Bisher habe noch kein Einziger nach einer Münze verlangt, deshalb würden die Mitarbeiter sie automatisch ausgeben. Jedes Geschäft kann selbst entscheiden, wann ein Kunde einen Mobilo erhält: Mal zählt der Wert der gekauften Ware, mal bekommen nur Stammkunden eine Münze.

    Doch welche Bedingungen in einem Geschäft genau gelten, wissen auch manche Verkäufer nicht. „Keine Ahnung, wann man bei uns das Ding bekommt“, sagt eine Kassiererin im Warenhaus Karstadt. Erst eine Kollegin klärt auf: „Kunden mit Kundenkarte bekommen den Mobilo, wenn die Ware mehr als 30 Euro gekostet hat.“

    Kunden werden oft nicht gefragt, ob sie den Mobilo wollen

    Aktiv angesprochen werden die Käufer nicht – ein weiteres Problem. „Ich kann Verbrauchern nur raten,   beim   Einkauf  nach  dem Mobilo zu fragen“, sagt CIA-Geschäftsführer Stinglwagner. Insgesamt sind laut City-Initiative bisher lediglich 5600 Mobilos zurückgekommen.

    Dass nur Stammkunden den Mobilo bekommen, kritisiert Stinglwagner: „Es wäre besser, wenn die Händler die Münzen unabhängig von einer Kundenkarte ausgeben.“

    So funktioniert es zum Beispiel bei Rübsamen in der Karolinenstraße. Dort bekommen lediglich Stammkunden einen Mobilo – und das auch nur, wenn sie Waren im Wert von mehr als 39 Euro kaufen. „Viele wollen die Münze jedoch nicht, weil sie nicht wissen, was das ist“, sagt Geschäftsführer Marcus Vorwohlt. Das System findet Vorwohlt trotzdem gut: „Wir brauchen nur noch etwas Geduld, bis die Kunden den Mobilo kennen.“

    Bisher werben nur die wenige Geschäfte mit der Münze

    Dazu braucht es vor allem Werbung. Doch ob ein Geschäft sich am Rückvergütungssystem für Parkgebühren beteiligt, ist oftmals nicht auf den ersten Blick sichtbar: Hinweisschilder an Kassen oder am Eingang der Geschäfte fehlen. Das stört auch viele Kunden. Hier hat die City-Initiative bereits nachgebessert: „Alle Partner können bei uns Aufkleber für die Türen und den Kassenbereich bekommen, außerdem gibt es Flyer“, erklärt Stinglwagner. Bisher werben jedoch nur die wenigsten Geschäfte mit der Münze.

    Allein die Stadtwerke bewerben das System offensiv, da der Mobilo auch für Bus und Straßenbahn gilt: So können beispielsweise zwei Münzen beim Kauf einer Streifenkarte oder eine beim Kauf eines Einzelfahrscheins eingetauscht werden. Allerdings nur im Kundencenter am Moritzplatz – an den Fahrscheinautomaten oder in Bus und Tram selbst werden die Rabattmünzen nicht angenommen.

    Mobilo: Bald gelten die Münzen auch an Parkautomaten

    Das ärgert viele Kunden. „Alle Automaten umzurüsten, wäre allerdings zu teuer“, erklärt Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg. Die Stadt Augsburg legt nun allerdings vor: Ab dem Frühsommer werden mehr als 50 Parkautomaten in der Innenstadt so umgestellt, dass auch mit Mobilos bezahlt werden kann.

    Eingelöst werden können die Mobilos bereits in elf Parkhäusern in der Innenstadt. „Bei uns ist der Ansturm der Kunden mit Mobilos verschwindend gering“, sagt Uwe Kalb von den Ernst-Reuter-Parkgaragen. Pro Monat sind es etwas über 100 Mobilos. „Die Einzelhändler müssen ihre Kunden viel stärker auf das Bonussystem aufmerksam machen“, fordert Kalb.

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