Die Strecke für das den Augsburger Friedensmarathon am 7. August steht: Sie führt vorbei an Annakirche, Dom, Moschee und Synagoge. Von Nicole Prestle

Das Angebot von Kulturreferent Peter Grab (Pro Augsburg) steht: Für eine Staffel unter dem Motto „Partei ergreifen für den Frieden“ würde er beim Friedensmarathon am 7. August eine ungewöhnliche Läufer-Partnerschaft eingehen – mit den drei Grünen-Stadträtinnen Martina Wild, Verena von Mutius und Eva Leipprand. Angeboten hatte er dies neulich im Sportausschuss, wohl wissend, dass Grüne und Pro Augsburg eben eines nicht immer tun: den selben Weg einschlagen. Auf eine Antwort wartet der Referent noch. „Vielleicht haben mich die Damen nicht ernst genommen“, sagte er gestern augenzwinkernd im Kulturausschuss.
Präzisere Aussagen gab es dort zu Streckenverlauf und Programm des Marathons, der zum ersten Mal stattfindet. Läufer verschiedener Parteien, Länder und Religionen sollen in der Friedensstadt Augsburg ein Zeichen setzen für ein gelungenes Miteinander. Das Ereignis ist sozusagen der Start ins Hohe Friedensfest, das einen Tag später, am 8. August, gefeiert wird.
Die Strecke führt vom Rosenaustadion über Hermanstraße und Gögginger Straße an die Wertach, weiter nach Oberhausen und durch die Innenstadt zurück zum Stadion. Auf dieser Route liegen die evangelische Annakirche, der katholische Dom, eine Moschee und die Synagoge. Von der Idee, den Marathon komplett durch die Innenstadt zu führen, kamen die Organisatoren von der Friedensmarathon GmbH wieder ab. Einige Anwohner sowie der öffentliche Nahverkehr wären sonst zu lange „in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt“ gewesen.
Der Friedensmarathon ist nicht nur ein sportliches Ereignis. Für auswärtige Teilnehmer soll er eine Art Stadtführung im Laufschritt sein, für überregionale Medien ein Signal aus der Friedensstadt. Deshalb sind schon vor dem Lauf verschiedene Veranstaltungen geplant, unter anderem ein ökumenischer Gottesdienst am Samstagabend (6. August), an dem auch die Palästinenserin Sumaya Farhat-Naser teilnehmen wird. Ihr verlieh die Stadt Augsburg vor einigen Jahren den Friedenspreis.
Jeder Kilometer der Strecke wird zudem einem Friedensstifter gewidmet sein. „Durch Meilensteine wird auf die entsprechenden Personen oder Organisationen hingewiesen“, erklärte Wolfgang Hosp, einer der Organisatoren, im Ausschuss. Start ist am 7. August um 9 Uhr am Rosenaustadion, angetreten wird in den Disziplinen Marathon- und Halbmarathon, zehn und fünf Kilometer sowie Duo-Marathon. Auch Teamläufe und Friedensstaffeln mit je vier bis zehn Läufern gibt es.
Eigentlich sollte der Friedensmarathon schon 2010 stattfinden. Weil die Stadt nicht genug Geld hatte, wurde er abgesagt. Heuer stellt die Verwaltung maximal 50000 Euro zur Verfügung, auch Sponsoren gibt es. Bezahlt wird davon unter anderem eine Firma, die sich um die Beschilderung kümmert. Notwendig sind unter anderem 320 Halteverbotsschilder, 368 Absperrschranken und 46 Hinweistafeln. Das Tiefbauamt, sagt Peter Grab, wäre mit der Aufstellung alleine überfordert.
Mit wem er am 7. August an den Start gehen wird, wird noch einige Zeit offen bleiben. Auch über andere mögliche Teams wurde gestern im Ausschuss ergebnislos gefeixt. Aber wer weiß, vielleicht locken anstatt überparteilicher Friedensbekundungen andere Aussichten: Das Team mit den meisten gelaufenen Kilometern bekommt 1000 Euro. Gerannt wird auch um mehrere 50-Liter-Bierfässchen. Und: Im Startgeld enthalten ist eine Portion Spätzle mit Soße bei der „Settele-Spätzlesparty“ in der Rosenau-Gaststätte. Vielleicht finden die Parteien sich am Esstisch zusammen.
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